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Sind unsere Stadtverordneten wirklich zu blöd zum Zählen oder steckt mehr dahinter?
Bereits in der vergangenen Ausgabe hatte unser Reporter Matthias Rudolph aus dem Stadtentwicklungsausschuss berichten müssen, dass es bei der Abstimmung zum Thema Flugplatz zu possenhaften Zuständen kam. Es wurde dreimal abgestimmt, weil sich Sitzungsleiter Luban immer wieder verzählt hatte, unter anderem zählte er seine eigene Stimme doppelt. Das zuletzt erzielte Ergebnis war dann das, das sich der im Ausschuss nicht anwesende Bürgermeister Ulrich Hengst gewünscht hatte. In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ein paar Tage später ging es genauso zu: Über den entscheidenden Antrag, die Abstimmung zu verschieben, wurde wiederum dreimal abgestimmt. Das dauerte etliche Minuten lang. Sitzungsleiter Teichmann war nicht auf Anhieb in der Lage, das richtige Ergebnis zu zählen. Selbst wenn man diese Vorgänge nicht so wertet wie FW-Reporter Matthias Rudolph (seinen ausführlichen Bericht finden Sie im Innenteil dieser Ausgabe), der vor Ort war und den Eindruck hat, dass so lange gezählt wird, bis das von Hengst gewünschte Ergebnis vorliegt, wirft dieses Kasperle-Theater einige Frage auf: • Sind unsere gewählten Stadtverordneten wirklich nicht in der Lage, bis zehn zu zählen? • Wie kann es sein, dass es bei einer Abstimmung drei verschiedene Ergebnisse gibt? Und dass das gleich zweimal an verschiedenen Tagen passiert? Und schließlich: • Offensichtlich gibt es in der Stadtverordnetenversammlung beim Thema Flugplatz eine 50:50-Situation. Warum lassen sich die Stadtverordneten, die für den Flugplatz sind oder sich mehr Zeit für die Entscheidung erbitten, so etwas einfach gefallen? Warum geht niemand an die Öffentlichkeit? Hat Matthias Rudolph recht, wenn er ein Klima der Angst wahrnimmt? Oder ist es einfach Resignation, gegen Hengst nicht anzukommen? Trotzdem wollen wir den zwölf Stadtverordneten, die den Flugplatz nicht so einfach abwickeln wollen, Respekt zollen. Jens-Olaf Zänker (Grüne) verglich die Schließung des Flugplatzes mit der Abwicklung des Krankenhauses. Rolf Hilke (CDU) ging in der tumultartigen Pause zwischen der zweiten und dritten Abstimmung ans Mikro und wies seine Kollegen noch einmal daraufhin, wie sehr dieses Chaos dafür spreche, die Entscheidung zu verschieben. Wolfgang Petenati (CDU) setzte sich kontinuierlich für den Flugplatz ein. Jens Hoffrichter (CDU) und Lothar Hoffrichter (FDP) versuchten schon im Stadtentwicklungsausschuss, das schlimmste zu verhindern. Und auch Monika Fiedler (Linke) ließ sich ihren gesunden Menschenverstand nicht verbieten. Die Tatsache, dass sich die Stadtverordnetenversammlung dermaßen blöd anstellte, ein Abstimmungsergebnis zu zählen, mag den unbefangenen Betrachter belustigen. Wenn man sich allerdings die Tragweite der Entscheidung vor Augen führt, die hier gefällt wurde, kann einen das nur traurig stimmen. Es geht um eines der wichtigsten Infrastrukturobjekte Fürstenwaldes, den Flugplatz, der nun wahrscheinlich Geschichte ist. Welches Vertrauen darf man in diese Entscheidung zur Abwicklung des Flugplatzes haben, wenn sie von Menschen herbeigeführt wurde, die offensichtlich nicht mal zählen können? Diesen Haufen scheint Herr Hengst mit seiner Verschlagenheit leicht beherrschen zu können. Michael Hauke (Sie erreichen den Autor unter
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