| Eklat bei Stadtverordnetenversammlung |
| Freitag, den 08. Oktober 2010 um 09:37 Uhr |
Von Jan Knaupp. Zum Eklat kam es am vergangenen Mittwoch während der Stadtverordnetenversammlung in Beeskow, als über dreißig freiwillige Feuerwehrleute der Beeskower Feuerwehr, unter ihnen auch Stadtbrandmeister Bernd Giersch, ihrer Pieper und damit ihre Einsatzbereitschaft abgaben. Dadurch mußte die städtische Feuerwehr außer Dienst gemeldet werden und war ca. sechs Stunden nicht einsatzbereit. Der Grund für die drastische Aktion des Stadtbrandmeisters und der Beeskower Feuerwehrleute war eine Abstimmung der Stadtverordneten, die sich für den Erhalt der Ortswehr Radinkendorf entschieden. In dem schon viel zu lange währenden Streit zwischen dem Stadtbrandmeister und den Radinkendorfern hatte SBM Bernd Giersch die Schließung der Ortsfeuerwehr angestrebt. Als Grund für diese Maßnahme wurde die unzureichende Ausbildung der Radinkendorfer Feuerwehrleute angeführt. Dass es aber seit geraumer Zeit immer wieder Unstimmigkeiten, gerade zwischen Giersch und den Radinkendorfern gab, ist ein offenes Geheimnis. So wurde der Umgang des SBM mit der Radinkendorfer Wehr durch diese als unangemessen bezeichnet. Das Szenario, welches die Beeskower Feuerwehrleute auf dieser Stadtverordnetenversammlung inszenierten, wurde von dort Anwesenden der Beeskower Zeitung als Druck gegenüber den Stadtverordneten geschildert. So rückte die Wehr mit mehreren Feuerwehrautos zu diesem Termin an, die dann demonstrativ auf dem Marktplatz abgestellt wurden. Auch die Anzahl der Feuerwehrleute, allen voran Bernd Giersch, die während der Versammlung stehend ihre Stärke demonstrierten, wurde von Befragten als bewußtes Mittel zur Abstimmungsbeeinflussung beschrieben. Nachdem aber die Abgeordneten pro Radinkendorfer Ortswehr entschieden, kam es zu oben beschriebenen Eklat. Dass die Beeskower Feuerwehrleute ihre Alarmempfänger abgaben und damit bewußt die Einsatzbereitschaft im Ernstfall gefährdeten, ist schwer nachzuvollziehen. Hier kann vermutet werden, daß die Loyalität zu Giersch den Ausschlag für diese Handlung gegeben hat. Dass aber der Stadtbrandmeister seinen Pieper abgab, der als Angestellter der Stadtverwaltung gerade auch für das uneingeschränkte Funktionieren der Feuerwehr in der Verantwortung steht, ist als grobe Pflichtverletzung und Vertrauensbruch zu bewerten. Gerade auch mit dem Hintergrundwissen, dass in einem Arbeitsgespräch am 04.10.10, bei dem die Beeskower Wehrleitung, die Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung und der Beeskower Bürgermeister anwesend waren, durch Vertreter der Radinkendorfer Ortsfeuer eine Lösungsmöglichkeit der Einsatzwiederherstellung vorgeschlagen wurde. Hier teilten die Radinkendorfer mit, dass aus ihrer Wehr, neben acht ausgebildeten Feuerwehrleuten sich weitere neun Mitglieder bereiterklärt haben, die erforderlichen Ausbildungen zu absolvieren. Des weiteren wurde mitgeteilt, dass zwei Interessenten für eine Mitgliedschaft in der Feuerwehr bereitstehen, um die entsprechende Ausbildung zu durchlaufen. Wenn man jetzt diesen Lösungsansatz und den Versuch einer positiven Wendung des leidigen Themas in Betracht zieht, ist schwer nachvollziehbar, was den Stadtbrandmeister zum Forcieren dieses Eklats bewogen hat. Hier hätte es doch in erster Linie um eine zufriedenstellende Lösung, im Sinne der Erhaltung möglicher Hilfs- und Rettungskräfte gehen müssen. Stattdessen ist der Eindruck entstanden, dass die einzige akzeptable Lösung für den Stadtbrandmeister von vornherein in der Schließung der Ortsfeuerwehr Radinkendorf bestanden hat. Und damit wird der Eindruck verstärkt, dass diese Stadtverordnetenversammlung von ihm für Kompetenz- und Machgerangel missbraucht wurde. Leider lenkt dieser andauernde Schwelbrand innerhalb der Feuerwehr von den überaus hohen Verdiensten der Freiwilligen ab, läßt gezeigte Einsatzbereitschaft, Mut und Verläßlichkeit in den Hintergrund rücken. Und genau hier ist der größte Schaden entstanden. |