| Warum schweigt SPD-Generalsekretär und Landtagsabgeordneter Ness |
| Freitag, den 19. November 2010 um 10:45 Uhr |
Wie wir am 05.06.10 und 19.06.10 berichteten, hat der SPD-Generalsekretär und Landtagsabgeordnete Klaus Ness auf Anfrage leider keine öffentliche Stellungnahme zum Thema CCS-Gesetz und CO2-Endlager abgegeben. Seit dem 27. Mai 2010 hat dieser Volksvertreter - als SPD-Landtagsabgeordneter auch für die Gemeinden Tauche, Storkow, Bad Saarow und Spreenhagen zuständig - es nicht für nötig gehalten, dem Hauke Verlag die folgenden vier Fragen zu beantworten.
Die strikte Schweigsamkeit des Klaus Ness macht stutzig. Besonders, wenn eine Thematik so unter den Nägeln der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten brennt - wie die von Vattenfall geplanten CO2-Endlager bei Beeskow und Neutrebbin. Mittlerweile könnten sich aber die Nebel um die Schweigsamkeit des Klaus Ness gelichtet haben. Ende Mai 2010 wurde die umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Martina Gregor-Ness, als externe Vertreterin für die Arbeitnehmerseite in den Aufsichtsrat von der Vattenfall Europe Mining AG gewählt. Die Landtagsabgeordnete Gregor-Ness, verheiratetet mit dem schweigsamen SPD-Generalsekretär und Landtagsabgeordneten Klaus Ness, hat also einen Aufsichtsratposten bei Vattenfall. Mit dem Studium der Bergbautechnik/Tagebau an der Ingenieurschule für Bergbau/Energetik, als Technologin für den Tagebauneuaufschluss Proschim (1985 - 1989), als Bearbeiterin Entsorgung, Altlasten, Deponien der Lausitzer Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (1990 bis 1997) - bringt Martina Gregor-Ness hier sicherlich einige Fachkompetenz mit. Ob mit diesem Posten die Glaubwürdigkeit als unabhängige Volksvertreterin erhalten bleibt, wage ich allerdings zu bezweifeln. Fakt ist, seit Juni 2010 ist sie nun Mitglied im Aufsichtsrat der Vattenfall Europe Mining AG. Die Abgeordnete war auf Vorschlag der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) gewählt worden. Martina Gregor-Ness sagte nach ihrer Wahl zum Mitglied im Aufsichtsrat: „Ich freue mich über die Wahl, denn ich sehe es als wichtige Aufgabe an, daß wir uns für eine stabile und zukunftsträchtige Entwicklung der Arbeitsplätze in der Region einsetzen." Ein klares Statement, getreu der Kohle und der Landesregierung. Apropos, klares Statement. Was ist mit dem SPD-Generalsekretär und Landtagsabgeordneten Klaus Ness? Haben wir jetzt den Grund für seine Schweigsamkeit zum Thema Vattenfall und CO2-Endlager gefunden? Wird mit einer Ehefrau, die im Aufsichtsrat von Vattenfall sitzt, der klare Blick auf Vattenfalls Endlagerlösung getrübt? Wie verbunden ist man mit Vattenfall, wenn die Lebenspartnerin von diesem Konzern für einen Aufsichtsratsposten entlohnt wird, für die Sitzungen extra Aufwandsentschädigungen einstreicht?
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