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Knaupps Kolumnen

Keine Entschuldigung

Sie heißen Marko, Julia oder auch Pascal. Sie werden in eine Welt geboren, die statt Liebe nur Schmerz, Leid und Tod für sie bereit hält. Die Nachrichten von Kindesmißhandlungen, Kindesmißbrauch und Kindstötungen gehören zu unserem realen Leben. Kinder werden sexuell mißbraucht, geschlagen, gequält und getötet. Sie erfahren dieses Leid von Fremden, aber auch von nächsten Verwandten.
Wenn im Fernsehen wieder eine Suchaktion läuft, wenn Eltern um das Leben ihres Kindes flehen, wenn Hundertschaften von Polizisten riesige Waldstücke durchkämmen - ist es fast sicher, daß wieder ein Kind sein Leben lassen mußte.
Ich kann es nicht mehr sehen, ich kann es nicht mehr hören. Die Gedanken an diese Taten lösen Übelkeit, Trauer und riesige Wut in mir aus. Ich bekomme nicht in meinen Kopf, daß es Menschen gibt, die zu solchen Greueltaten fähig sind.
Und ich kann nichts entschuldigen. Mir sind die Entschuldigungsversuche der Täter und ihrer Anwälte egal. Mir sind psychische Gutachten, die Verweise auf eine schwere Kindheit oder die Mitschuldshinweise auf die Gesellschaft egal. Es gibt keine Entschuldigung! Es gibt für mich letztendlich nur die Tat. Und diese sollte mit Höchststrafen geahndet werden. Aber leider muß man feststellen, daß in einer Zeit, in der für gefährlich eingestufte Hunde ein Führerschein verlangt wird, es immer noch nicht geschafft wurde, diesem Irrsinn einen Riegel vorzuschieben.
Jugendämter reagieren auf Hinweise zu spät, Gesetze erschweren ein Eingreifen der Behörden, durch Gutachten wird Schuldunfähigkeit bescheinigt und verurteilte Triebtäter, und Mörder gehen in Hafturlaub oder auf Freigang.
Irgenwie wird immer nach Entschuldigungen gesucht. Doch es gibt keine Entschuldigungen! Das ist jedenfalls meine Meinung. Die Meinung eines Vaters.