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Knaupps Kolumnen

Gurkenzeit

Gurkenzeit

Die fetten Feiertage sind überstanden, die letzte Silvestersektpulle ist geleert und plötzlich ist man schon mitten im Januar. Unsere Jahreszuteilung für Schnee, Blitzeis und Kälte hatten wir auch schon. Jetzt könnte es Frühling werden. Mir persönlich gefällt die kalte Jahreszeit eh bloß zu Weihnachten und im Winterurlaub. Ach so, im Winter sind Hundehaufen auf den Bürgersteigen auch angenehmer. Sie riechen weniger und lassen sich besser aus dem Schuhsohlenprofil kratzen. Ansonsten kann mir die Kälte und der Schnee gestohlen bleiben. Ich möchte es mal wieder richtig warm haben. Einen richtigen Sonnenschein mit T-Shirttemperaturen. So wie zum Beispiel in Dubai. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ja fast immer schönes Wetter. Und als Brandenburger ist man in Dubai bestimmt gern gesehen, schließlich hat das Land Brandenburg dort eine Außenhandelsrepräsentanz. Die versuchen dort tatsächlich seit einem Jahr die „Spreewaldgurke" an den Mann, bzw. an den Scheich zu bringen. Unsere Gurke sollte der Exportschlager in Dubai werden. Es wurde verhandelt, das Produkt vorgestellt, die Werbetrommel gerührt. Bis jetzt ohne Erfolg. Außer ein paar Gurkenproben und den Brandenburger Repräsentanten ist bis jetzt nichts aus Brandenburg in Richtung Dubai abgeflogen. Ja, natürlich auch die Gelder, die solch eine Unternehmung nun mal kostet, sind jetzt weg. Mit noch drei anderen Aulandsplattformen hat dieses Projekt im letzten Jahr aber nur läppische 1,8 Mio. Euro gekostet. Auch wenn sich noch kein Erfolg eingestellt hat, Brandenburgs ehem.Wirtschaftsminister Dr. W. Fürniß war voller Zuversicht und auch Nachfolger U. Junghanns ist noch nicht stutzig geworden. Unserem Gurkenabgeordneten in Dubai, Hans-Georg Schmitter, scheint es dort auch gut zu gefallen. Und solange solche Projekte durch Steuergelder bezahlt werden, läßt es sich dort auch bestimmt locker aushalten.
Wir bleiben erst mal hier. Irgendwer muß ja schließlich auch für unsere Präsenz in Dubai bezahlen. Die erneuerten Steuererhöhungen sind also auch für unsere „Spreewaldgurken". Das erfüllt mit Stolz, da läßt man sich doch gern etwas tiefer in die Tasche greifen. Und irgendwann werden unsere Gurken ja vielleicht doch noch der Renner im Scheichtum. Doch bis dahin hat der Steuerzahler erst einmal - saure Gurkenzeit.