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Knaupps Kolumnen

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Kommentar zur Rehabilitierung von Herbert Schirmer


Das war's nun. Der von der SPD-Fraktion des Kreistages (Fitzke, Kolbe und Co.) angezettelte Feldzug gegen den früheren Chef der Beeskower Burg, Herbert Schirmer, ging nach hinten los. Nachdem im Mai dieses Jahres 29 Stimmberechtigte im Kreistag Schimers Amtsenthebung durchsetzten, mußte die Kreisverwaltung jetzt eine herbe Schlappe einstecken. Das von Schirmer angestrengte Gerichtsverfahren gegen den Landkreis Oder-Spree und damit gegen seine Kündigung als Burgdirektor, hat ganz klar ans Tageslicht gebracht, daß alle Vorwände die von den „Volksvertretern" vorgebracht wurden, um Schirmers Absetzung zu rechtfertigen, sich vor Gericht als nicht haltbar erwiesen. Von Schirmers Schuld an finanziellen Unregelmäßigkeiten im Finanzhaushalt der Burg, von persönlicher Bereicherung oder von unüberbrückbaren Differenzen mit seinem Arbeitgeber war damals die Rede. Nun kann die Kreisverwaltung, die Kulturdezernentin und die SPD-Kreistagsfraktion diese Vorwürfe nicht mehr aufrechterhalten. Herbert Schirmer ist rehabilitiert. Seinen alten Job wird er nach all den, Querelen nicht mehr antreten, aber die Abfindung von 100.000,- DM könnten den Abschiedsschmerz etwas verringern.
100.000,- DM Abfindung, von teilweise den selben Kreistagsabgeordneten bewilligt, die vor ca. einem halben Jahr die schweren Vorwürfe gegen Schirmer unterstützt und mit 29 Stimmen für dessen Absetzung plädierten. Die selben Abgeordneten, die auf eine Prüfung der Vorwürfe nicht warten konnten und die die zahlreichen Proteste der Öffentlichkeit geflissentlich überhörten. Die selben Abgeordneten, die sich auf das dünne Eis der Initiatoren dieser Farce wagten und jede Warnung vor einer übereilten Entscheidung in den Wind schlugen. Genau diese 29 Kreistagsabgeordnete haben es in Kürze geschafft, einen deutschlandweit anerkannten Mann seines Postens zu entheben und somit die Weiße-Weste-Diskussion zu schüren, die den guten Leumund Schirmers in Frage stellte. Diese Abgeordneten haben es geschafft, die Kulturstätte „Burg Beeskow" und den damals angeplanten Hotelbau in eine ungewisse Zukunft zu entlassen. Und diese Abgeordneten haben es durch ihre Inkompetenz und ihre fehlenden Rechtskenntnisse geschafft, daß in dem eh schon kleinen Geldbeutel des Kreises weitere hunderttausend Mark fehlen. Jeder Normal-Angestellter, der in seiner Firma in seinem Zuständigkeitsbereich so daneben haut und noch finanziellen Schaden in dieser Größenordnung anrichtet, ist haftbar und kann sofort seinen Hut nehmen. In diesem Fall wird die Öffentlichkeit wahrscheinlich nicht einmal eine Entschuldigung der Verantwortlichen vernehmen können. Die wäre aber fällig, nicht nur bei Herbert Schirmer, sondern auch beim Volk, das durch seine Steuern, Abgaben und Strafzettel diese Summe aufbringen muß.
Die BSK schlägt vor, nein, sie fordert: Die verantwortlichen 29 Kreistagsabgeordneten verzichten solange auf ihre Diäten bzw. „Aufwandsentschädigungen", bis die Hunderttausend Äppel abgestottert sind!
P.S.: Danke an die 13 Abgeordneten des ehemaligen Kreistages, die im Mai gegen eine Amtsenthebung Schirmers plädierten. Mit Besonnenheit und ohne Vorurteile waren sie leider zu wenig, die sich von gekränkter Eitelkeit und dem Profilierungsgehabe einzelner nicht haben blenden lassen.