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Knaupps Kolumnen

Trotz alledem ...

Jetzt sind wir also im neuen Jahrtausend angekommen. Einfach war es nicht. In der eigentlich so ruhigen und friedlichen Zeit zwischen Weihnachten und Silvester sprangen uns täglich Katastrophen- und Horrormeldungen ins Genick und ließen von der schönen Zeit nicht viel übrig. „Ölpest vor Frankreichs Atlantikküste", „Russen bombardieren Grosny", „Unruhen in Jakarta", „Entführung eines indischen Verkehrsflugzeuges mit Geiselnahme", „Lawinenunglück in Galtür, im Ötztal und der Steiermark", „Orkantote in Frankreich und Spanien". Nur einige der Meldungen, die so gar nicht zur heimeligen Stimmung unterm noch nicht abgeputzten Weihnachtsbaum paßten. Plötzlich machen Zufriedenheit, Heizungswärme, Lebkuchen und sogar der Glanz von Weihnachtskugeln betroffen. Die Einsicht, daß das alte Jahrtausend nicht nur ein Jahrtausend des Fortschritts, sondern auch als Jahrtausend der Kriege und der Massenvernichtung in die Geschichte eingeht, hebt auch nicht gerade die Stimmung. Sofort ist er wieder da, der düstere Gedanke, daß die Menschheit trotz aller bejubelten Errungenschaften so langsam den Bach runtergeht. Aber dann, inmitten dieser Endstimmung, kommen da wieder diese anderen Gefühle, die an all das Gute erinnern wollen, die antreiben, die Kraft geben und den Blick nach vorn richten. Eben diese Gefühle, die Menschen miteinander verbinden, die Halt und Sicherheit geben und trotz aller Widrigkeiten das Leben lebenswert machen.
Ich wünsche allen Lesern ein frohes und gesundes Jahr und daß diese Gefühle Sie nie verlassen mögen.