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Knaupps Kolumnen

Worüber?

Worüber soll ich schreiben? Diese Frage stelle ich mir immer kurz bevor die Zeitung entsteht. Und auch diesmal drängt sich diese Frage auf.
Sollte der Artikel aktuell-politisch, hochbrisant, sarkastisch oder einfach nur nett sein? Gilt es Sachen zu hinterfragen oder den Dingen seinen Lauf zu lassen? Was interessiert, und was ist wirklich wichtig?
Vielleicht schreibe ich über Rußlands neuen Putin. Oder über Rußlands alten Rasputin, dessen Wirken ist eh bekannter. Oder ich schreibe von unserer Angeltour auf der Ostsee, bei der mehr gelacht als gefangen wurde. Schreibe ich über Bankenfusionen, die dann doch keine waren? Über durchgeknallte Fußballfans, die sich gegenseitig niederstechen? Aber vielleicht auch über Gen-Tomaten und Delphine im Thunfischsalat. Eventuell ersinne ich auch ein Poem über den erwachenden Frühling, das Zwitschern der Vögel und so. Apropos Vögel: Hat nicht ne Möwe beim Hochseeangeln den nebensitzenden Kumpel mit Exkrementen beschmissen! Einfach so, ohne Vorwarnung. Ist ja nichts Besonderes, aber man stelle sich vor: links Wasser, rechts Wasser, vorn und hinten auch. Und dann die Möwe - mit welcher Treffsicherheit. Bewundernswert.
Sollte ich mal wieder schreiben, daß die Steuer zu hoch, der Verdienst zu niedrig und die Welt das reinste Jammertal ist? Oder schreibe ich, daß die allgegenwärtige Spenden-Affäre mich langsam langweilt, ich aber nichts dagegen hätte, wenn man Angela Merkel noch als Bewohnerin der „Big Brother-WG" aufnehmen würde? Möglicherweise schreibe ich auch über Männerfreundschaft. Ich kenne da zwei; nachdem der eine am Knie operiert wurde, verunfallte der andere und schnitt sich fast den Finger ab. Frei nach dem Motto: geteiltes Leid ist halbes Leid.
Man könnte ja auch über die Straße von Pfaffendorf in Richtung Fürstenwalde berichten. Da sollen die Schlaglöcher so groß sein, daß ganze Automobile drin verschwinden. Oder ich bringe einfach ein paar Wetterweisheiten zu Papier. Wie zum Beispiel: Kräht der Hahn auf'm Mist bleibt's Wetter, wie es ist. Am besten ist es wohl doch, ich lasse es heut mit der Schreiberei! Und obwohl ich noch nicht genau weiß, über was ich schreiben soll, ist die Seite jetzt voll. Merkwürdig.