Zeitung lesen
Knaupps Kolumnen

What the fuck ...!

Da glaubt ein 32-jähriger Mann, dass ihm seine Frau untreu ist, also sticht er 19-mal auf sie ein, wirft die fünffache Mutter dann aus dem zweiten Stock, geht der Schwerverletzten hinterher und schneidet ihr die Kehle durch. Brutal ermordet im Alter von 27 Jahren.

So geschehen im letzten November im brandenburgischen Senftenberg.
Anfang Juni 2017 nun der Richterspruch aus dem Cottbusser Landgericht: Der Täter wird zu 13 Jahre Haft wegen Totschlags verurteilt. Laut Beurteilung des Richters handelt es sich hier nicht um Mord.
Also noch mal zum langsam Lesen: 19 Messerstiche, Fensterwurf und tödliche Schnitte durch den Hals und die Kehle sind keine Mordindizien.
Politisch korrekt muss erst einmal der Hintergrund beleuchten werden. Genau das haben Staatsanwaltschaft und Richter hier  getan. Mit dem Ergebnis, dass es Fakten gibt, die es dem Gericht unmöglich machten, den Täter als Mörder abzuurteilen.
Der Richter verwies zum Beispiel auf den kulturellen und religiösen Hintergrund des Mannes. Als gläubiger Tschetschene kommt er aus einem vom Islam geprägten Land, in welchem die Vorstellungen von Ehre und Moral nicht mit den hiesigen übereinstimmen.
Der 32-jährige Muslime habe nicht unbedingt erfassen können, dass seine Tat hier als Verbrechen eingestuft wird, er hätte noch keine Gelegenheit gehabt, die hierzulande geltenden Moralvorstellungen kennen zu lernen. Weiterhin würde ihm durch niedrigen Bildungsgrad die Fähigkeit fehlen, die Niedrigkeit seiner Tat zu erkennen.

What the fuck ...!

Da wird eine junge Mutter auf bestialische Weise umgebracht, und das Gericht entscheidet sich gegen die Höchststrafe aufgrund des kulturellen und religiösen Hintergrundes eines ungebildeten Täters!
Bedeutet dieses Urteil etwa, dass Verbrecher, die aus archaischen Gesellschaften stammen, die Ehrenmorde und Blutrache als heilige Pflicht ansehen, hier von deutsche Gerichten milder beurteilt werden?
Das ist jedenfalls der Eindruck, den dieses Gerichtsurteil bei mir hinterlassen hat.
Mit sogenannter Political Correctness und grenzdebiler Argumentation wurde hier gegen das hiesige Rechtsverständnis und den normalen Menschenverstand gehandelt und entschieden.
Die Signalwirkung, die von diesem Gerichtsurteil ausgeht, empfinde ich als verheerend.
Verheerend finde ich auch, dass ein Großteil der überregionalen „Pressevielfalt“ auf diesen politisch korrekten Zug aufspringt. Gleichgeschaltet und weichgespült wurde hier ein Fehlurteil als einzig richtige Entscheidung präsentiert.
What the fuck ...!