Die junge Kandidatin heißt Sophie Schleussner

Im Februar ist sie 20 Jahre alt geworden. Im April will sie Bürgermeisterin von Fürstenwalde werden. Sophie Schleussner wird am 12.04.2026 auf dem Wahlzettel stehen. Die erste Hürde hat sie übersprungen: die notwendigen 64 Unterstützerunterschriften hat sie übertroffen. Insgesamt gingen 91 Fürstenwalder ins Bürgerbüro und unterschrieben für sie. „Matthias Rudolph und andere Kandidaten treten ja parteimäßig an. Ich möchte nah am Bürger sein. Also probiere ich es mal“, erzählt sie beim Treffen im Hauke-Verlag. „Ich habe mit meinem Vater darüber gesprochen. Er hat mich bestärkt. Am nächsten Tag bin ich ins Bürgerbüro gegangen und habe mir die Dokumente geholt.“
Sind noch Wahlplakate von ihr zu erwarten, um ihre Bekanntheit zu steigern? „Ich bin selbst viel mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs und merke, wie die Plakate nah am Radweg stören. Ich möchte nicht im Weg hängen“, erklärt sie.
Haben Sie schon gespürt, dass man Sie auf aufgrund Ihres Alters nicht ernst nimmt? Sophie Schleussner: „Natürlich! Das höre ich oft, aber viele Menschen freuen sich, dass ich trotz meines Alters kandidiere. Als ich für Unterstützerunterschriften auf dem Marktplatz geworben habe, haben mir viele Bürger gesagt, dass sie meine Kandidatur begrüßen. Sie sind dann reingegangen und haben für mich unterschrieben.“
Kann sie sich denn vorstellen, eine Verwaltung mit rund 200 Mitarbeitern zu führen? „Na, klar. Jeder fängt ja mal an. Ich studiere Jura an der Viadrina in Frankfurt (Oder) und habe auch Verwaltungsrecht als Fach. Ich habe als Kind schwimmen gelernt, indem ich in den Pool gesetzt wurde. Schwimmen hat mir keiner beigebracht. Ich hatte die Wahl: Entweder schwimme ich jetzt oder ich gehe unter. Ich bin es gewohnt, ins kalte Wasser zu springen. Auch an der Uni habe ich mit einigen Schwierigkeiten in der Verwaltung zu kämpfen gehabt. Die wollten mein erstes Semester nicht anerkennen, weil sie meinen Namen falsch geschrieben hatten. Am Ende habe ich mich durchgesetzt!“
Die Corona-Krise hat sie geprägt. Sie war in der achten Klasse, als die Schulen geschlossen wurden. Sophie Schleussner: „Danach durfte man für einige Wochen nur mit Impfnachweis zum Unterricht. Ich habe mich nicht impfen lassen und stand auf einmal vor verschlossenen Türen. Auch hier musste ich kämpfen und bin am Ende an dieser Situation gewachsen.“
Was muss sich in Fürstenwalde ändern? „Vieles. Vor allem brauchen wir mehr Transparenz in der Stadt!“
Haben Sie sich ein Ziel gesetzt? Wie viel Prozent möchten Sie im ersten Wahlgang erreichen? „Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Ich möchte den Fürstenwaldern eine Möglichkeit geben, nicht Matthias Rudolph wählen zu müssen.“
Mit Sophie Schleussner sprachen Bianca Laube und Michael Hauke.

Total Views: 1.990Daily Views: 2