Mein 14-jähriger Sohn Max ist am 26.06.25 unter der Spreebrücke im Wasser in eine verrostete Metallstange getreten. Dies hatte zur Folge, dass er einen 1,5 cm großen Riss an der Fußsohle hatte. Er wurde daraufhin mit dem RTW ins Krankenhaus Bad Saarow zur Notaufnahme gebracht.
In der Notaufnahme wurde dann ein Röntgenbild gemacht, die Wunde gereinigt und zugenäht und Antibiotika mitgegeben. Ich fragte den behandelnden Arzt, der die Wunde zugenäht hatte, ob ich den Verband wechseln muss. Daraufhin wurde mir gesagt: Nein, ich soll einfach nach zwölf Tagen zum Fädenziehen gehen.
Freitag, 27.06.25: Ich ging zu unserer behandelnden Kinderärztin, um mir das Antibiotikum verschreiben zu lassen, dort wurde mir von der Arzthelferin mitgeteilt, ich solle jeden Tag nach der Wunde schauen. Ich teilte ihr dann mit, dass man mir in der Notaufnahme etwas anderes gesagt hat. Sie meinte dann: Frau Schweer, machen sie einfach, was ich sage.
Samstag, 28.06.25: Am Vormittag, so gegen 10:30 Uhr, habe ich den Verband und das Pflaster entfernt, um mir die Wunde anzusehen. Ich stellte daraufhin fest, dass Eiter aus der Wunde lief und der Fußrücken sehr dick, rot und heiß war. Daraufhin rief ich im Krankenhaus Bad Saarow auf der Notaufnahme an. Die Schwester, die ans Telefon ging, war nicht sehr freundlich und meinte: Naja, wenn Sie Angst haben, müssen sie eben herkommen. Mein Mann fuhr dann mit unserem Sohn zu Notaufnahme. Dort hieß es: Er bleibt dort.
Niemand war in der Lage, dem Kind eine Kanüle zu legen oder Blut abzunehmen, er wurde überall gepikst. Daraufhin wurde die Chefärztin Frau Dr. Schwarz aus ihrem freien Tag geholt, um meinem Kind eine Kanüle zu legen. Es wurde ihm ein Antibiotikum über die Vene gegeben und Ibuprofen als Schmerztablette. Gegen 22 Uhr kam eine Ärztin in Weiterbildung zu meinem Sohn und sagte ihm, dass sie wahrscheinlich morgen operieren müssten.
Sonntag, 29.06.25: Bei der Visite wurde festgestellt, dass die Entzündung bis zum Knochen ging. Das wurde auch mit einem Kugelschreiber angezeichnet, Fotos habe ich gemacht.
Als ich gegen 11:45 Uhr im Krankenhaus ankam, ging die Entzündung schon bis zum Schienbein. Ich bat darum, dass die Schwestern bitte einen Arzt kommen lassen. Auf diesen musste ich drei Stunden warten. Er erklärte mir: Wir warten bis morgen, dann entscheiden wir, ob wir eine Operation machen. Das Antibiotikum gab es weiter, dieses nahm er allerdings schon seit Donnerstag Abend.
Montag 30.06.25: Ich war diesmal bei der Visite dabei. Wieder kam ein Chefarzt der Traumatologie – dieser, der am Sonntag Nachmittag schon da war. Er war unfreundlich, hat den Verband und das Pflaster ohne Handschuhe von dem Fuß meines Kindes gerissen. Die Chefärztin, Frau Dr. Schwarz, kam dann schnell hinzu und sagte, es sei weiter rot geworden; an der Seite vom Fußrücken auch. Der Traumatologe meinte dann, er entscheide das.
Mein Kind war am Weinen. Ich habe daraufhin gesagt, sie sollen einfach ein CT vom Fuß machen oder endlich eine Operation, das Antibiotikum schlägt nicht an. Nein, es wird morgen entschieden, ob sie operieren. Als ich dann alleine mit Frau Dr. Schwarz sprach und ihr mitteilte, dass mein Sohn auch in der Notaufnahme schon mitteilte, dass der Unfall in der Spree passiert ist und das Wasser dort sehr dreckig sei, ordnete sie dann eine erneute Blutuntersuchung an, bei der sich rausstellte, dass mein Sohn einen Wasserkeim hat und das erste Antibiotikum überhaupt nicht wirken konnte.
Dienstag, 01.07.25: Habe um 8:58 Uhr versucht, bei der Geschäftsleitung anzurufen. Die Sekretärin sagte mir, dass der Geschäftsführer ab 9 Uhr im Haus sei. Ab 9 Uhr war niemand zu erreichen, auch nicht die Sekretärin, ich habe dann mit meinem anderen Telefon angerufen – und die Sekretärin ging ran mit der Aussage, der Geschäftsführer sei heute doch nicht im Haus. Da hat es mir gereicht und ich habe sie angeschrien und gefragt, ob sie mich verarschen möchte. Habe mich dann etwas beruhigt und ihr die Situation erklärt. Nach dem Gespräch mit der Sekretärin kam zumindest nicht mehr dieser Traumatologe von gestern. Es wurde aber Dienstag dann ein anderes Antibiotikum gegeben, der neue Traumatologe sagte dann, wir schauen ob es hilft und entscheiden morgen wegen einer Operation.
Mittwoch, 02.07.25: Am Vormittag kam erneut ein Traumatologe und meinte, nachdem er den Verband abgemacht hat: wir operieren heute. Am Abend wurde mein Sohn dann operiert. Die Schwestern im OP waren sehr lieb und haben ihm die Angst genommen. Er hat die Operation gut überstanden. Nach der OP kam eine Kinderärztin zu mir und meinte, sie möchten morgen gern ein MRT machen, um zu schauen ob der Knochen angegriffen sei dann müssten sie nochmals operieren. Ich habe mein Einverständnis gegeben.
Donnerstag, 03.07.25: Kinder und Jugendliche müssen vor dem MRT nüchtern bleiben, falls sie im MRT ein Schlafmittel bekommen müssen, alles gut. Gegen Mittag kam eine Schwester und meinte, ihr Sohn kann jetzt doch essen, die Untersuchung wird verschoben. Gründe dafür wusste sie nicht. Ich habe mich dann an einen Arzt gewandt, der mir erklärte, dass das MRT nicht stattfinden kann wegen der Drainage im Fuß, weil die Bilder verwackelt sein könnten. Die Untersuchung findet erst am Montag statt, nachdem die Drainage gezogen wurde.
Ich habe dann am Nachmittag mit Frau Dr. Schwarz gesprochen, die mir sagte, wenn der Knochen angegriffen sei, würden sie es erstmal mit Antibiotika versuchen. Auch dieses nahm ich hin, ich bin kein Arzt.
Freitag, 04.07.25: War alles wie immer: Verbandswechsel usw.
Samstag, 05.07.25: Mein Mann fragte bei einer Schwester nach Bettwäsche, weil unser Sohn in seinem eigenen Dreck lag. Seit seiner Einlieferung wurde die Bettwäsche nicht gewechselt. Diese wurde dann sehr unfreundlich und frech, woraufhin mein Mann dann sagte, hier sei es überall dreckig. Auch dazu gibt es Fotos.
Sie kam dann und bezog das Bett. Einige Zeit später bin ich zum Rauchen nach unten gegangen, und als ich hochkam, hörte ich wie sie im Zimmer meinen Sohn anschrie und sehr unfreundlich war; auch das habe ich hingenommen. Als ich dann nach Hause gehen wollte, weinte mein Kind bitterlich, er habe Angst hier zu bleiben, sie schreien ihn an. Ich stand dann auf und ging mit seinen Krücken zu der Schwester und fragte sie, warum sie ihn angeschrien hat. Die Schwester lachte ihn aus. Das war für mich der Moment, in dem ich mein Kind nach Frankfurt verlegen lassen habe.
Die Krankenkasse und auch die Unfallversicherung meines Sohnes wurden über das Ganze informiert.
Anja Schweer,
Steinhöfel
Mein Kind im Klinikum Bad Saarow: Ein einziger Albtraum
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