„Früher war alles gut, heute ist alles besser. Es wäre besser, wenn wieder alles gut wäre.“ Dieser Satz von Heinz Erhardt fiel mir ein, als ich zuletzt auf der Eisenbahnstraße unterwegs war. Was war das mal für eine Straße! Fachgeschäfte über Fachgeschäfte. Ein Einkaufsbummel, der immer Spaß machte. Die Händlerstruktur war derart intakt, dass die Gewerbetreibenden ein eigenes Straßenfest veranstalteten, mit großer Showbühne, kleinem Rummel, Modenschauen und überall Sonderangeboten. Die Erwachsenen kamen zusammen, setzten sich auf die Bierzeltgarnituren, während die Kinder gerade eine Runde auf dem Karussell drehten oder an der Bastelstraße beschäftigt waren. Alles wurde getragen von unzähligen Geschäftsinhabern, die die Eisenbahnstraße zum Herzstück einer funktionierenden Stadt machten. Die beiden Fotos zeigen das Straßenfest im Mai 2007.
Die FW schrieb vor knapp 20 Jahren: „Jubel, Trubel, Heiterkeit auf der Eisenbahnstraße – Zwischen Kaiserhof und Seelower Straße war Fürstenwaldes Flaniermeile für den Straßenverkehr gesperrt. Dafür eroberten die Fußgänger die Fahrbahn und stöberten bei den Händlern und nutzten die Möglichkeiten zum Einkaufen.“ Heute erkennen wir die Straße nicht wieder. Von „Flaniermeile“ kann keine Rede mehr sein. Der einstige Charme ist gemeinsam mit den deutschen Händlern verschwunden. Heute ist die Struktur eine völlig andere geworden. Viele Fürstenwalder betrachten die Eisenbahnstraße inzwischen – insbesondere bei Dunkelheit – als No-Go-Area.
Wie sagte Heinz Erhardt: „Es wäre besser, wenn wieder alles gut wäre.“
Michael Hauke

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