Die Komplettsperrung der Friedrichstraße in Erkner ist seit März vergangenen Jahres der schwerwiegendste Eingriff in den Straßenverkehr in der gesamten Region. Durch die zeitgleichen Arbeiten an der Mühlenfließbrücke auf dem östlichen Berliner Ring wird die Autobahn immer wieder von drei auf eine Spur je Richtung reduziert. Hinzu kommt, dass die Autobahnauffahrt Rüdersdorf in Richtung Frankfurt gesperrt ist. Mehr Verkehrschaos kann man eigentlich gar nicht anrichten.
Oder doch? Mit der Verzögerung der Freigabe des ersten Bauabschnitts der Erkneraner Friedrichstraße scheint das zu gelingen. Der ursprüngliche Zeitplan sah vor, dass der erste Bauabschnitt im September, spätestens jedoch im Oktober, beendet sei und damit die Friedrichstraße vom ovalen Kreisverkehr bis zur Ampel wieder dem Verkehr übergeben werden könnte. Nun herrscht jedoch seit Monaten totaler Stillstand. Nicht einmal die Fahrbahnmarkierungen sind aufgebracht worden. Noch ist nichts zu sehen von den gigantischen Radfahrstreifen, die dorthin kommen sollen, wo dereinst Parkplätze für Autos waren.
Grund ist die unklare Standsicherheit von 27 Straßenbäumen, die durch die Bauarbeiten Schaden genommen haben. Ein Vorbeigehen ist erlaubt, ein Vorbeifahren nicht…
Ein externer Baumsachverständiger soll beauftragt werden. Dazu teilt der Landesbetrieb Straßenwesen mit: „Diese Untersuchungen werden durchgeführt, sobald Frostfreiheit besteht. Bei Frost verändert sich die Holzstruktur. Momentan würde dies zu falschen Messergebnissen führen.“
Weiter heißt es: „Auf Grundlage der Ergebnisse wird dann entschieden, wann der erste Bauabschnitt der Friedrichstraße wieder freigegeben und der zweite Bauabschnitt begonnen werden kann.“
Der Bauverzug beträgt bereits jetzt rund vier Monate. Bis zur frostfreien Zeit werden weitere Wochen, vielleicht sogar Monate vergehen. Danach wird entschieden, wie es weitergeht: Fällung der Bäume, Ersatzpflanzungen usw. Oder können die beschädigten Straßenbäume doch erhalten werden?
Im April sollte eigentlich bereits der zweite Bauabschnitt beendet werden, der eine Sperrung von der Ampel bis zur Wollankstraße mit sich bringen wird. Jetzt ist die Frage: Wird dann überhaupt der erste Abschnitt fertig sein?
Die Verzögerungen könnten auch ein Gutes haben. Die Diskussion um die künftige Funktion der Friedrichstraße sollte neu aufflammen! Die Zeit sollte genutzt werden, um die Umwandlung der Friedrichstraße von einer der letzten intakten Einkaufsstraßen in eine reine Durchgangsstraße ohne Parkplätze zu überdenken. Bürger und Geschäftsleute sollten die Bürgermeisterkandidaten dazu drängen, das Konzept zu kippen. Der gerade anlaufende Wahlkampf könnte dafür hilfreich sein. Bisher gibt es nur einen Kandidaten, der dafür ist, die Streichung der Parkplätze zu verhindern. Und das ist ausgerechnet der hinter der Brandmauer…
Michael Hauke
Erkner: Wiedereröffnung der Friedrichstraße nicht in Sicht
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