Willy Wahn macht zu
Generationen von Fürstenwaldern haben hier eingekauft, sich zum Mittag Putenschnitzel oder Bouletten geholt. Legendär waren die Broiler. Weihnachten ohne „Gans von Willy“ ist für viele undenkbar. Aber am 27. Juni ist Schluss. „Wild & Geflügel Willy Wahn“ schließt für immer seine Pforten. Die längst umgekippte Eisenbahnstraße verliert den nächsten Stammbetrieb, der die Stadt seit vielen Jahrzehnten prägte.
Vor dem Krieg befand sich hier die Fleischerei Krauskopf. Zu DDR-Zeiten eröffnete die HO an der Ecke Max-Behnke-Straße (heute Robert-Havemann-Straße) eine Fleischerei für Wild und Geflügel, seit 1978 unter der Leitung von Marita und Willy Wahn. Nach der Wende, am 1. Februar 1990, machten sie sich selbständig. Ich kann mich aus verschiedenen Gründen gut daran erinnern, wie Willy kurz vor Weihnachten 1991 in unsere Verlagsräume kam und seine Weihnachtsanzeige aufgab. Der Hauke-Verlag saß seinerzeit eine Ecke weiter: in der Friedrich-Engels-Straße 5a.
Seit 18 Jahren betreibt die Tochter von Marita und Willy Wahn, Annette Laschke, das Geschäft mit ihrem Ehemann Henry. Annette Laschke ist Fleischermeisterin, ihr Mann kam als Seiteneinsteiger dazu.
Es sind gesundheitliche Gründe, die die beiden zum Aufgeben zwingen. Und es ist wieder eines weniger. Wieder eines weniger von den Fachgeschäften in unserer Stadt, wieder eines weniger auf der Eisenbahnstraße. Die Umgebung des Traditionsgeschäftes auf der früheren Haupteinkaufsstraße hat sich in den vergangenen zehn Jahren völlig verändert. Mit der Schließung von Willy Wahn zum Ende des Monats setzt sich dieser Trend leider fort.
Der Hauke-Verlag wünscht allen Mitarbeitern und dem Betreiber-Ehepaar alles erdenklich Gute für die Zukunft und sagt Danke für viele Jahre leckere Angebote und die ins freundschaftliche gehende Zusammenarbeit. Die FW wird es bis zum letzten Tag bei Willy Wahn geben.
Michael Hauke


