
Der Tatort auf der Leo-Hendrik-Baekeland-Brücke in der Nähe des Asylbewerberheims
Am Montag, den 31. August erstach ein 29-jähriger Kongolese auf der Leo-Hendrik-Baekeland-Brücke in Erkner eine 24-jährige Kamerunerin. Es ging ein Streit um den Umgang mit dem gemeinsamen Kind voraus. Täter und Opfer wohnten im nahegelegenen Asylbewerberheim „Pension Müggelheim am Bahnhof“. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hat inzwischen Anklage wegen Mordes aus niederen Beweggründen gegen den Kongolesen erhoben.
Es war 6:30 Uhr, als die 24-Jährige erstochen wurde. Zeugen der Tat versuchten, den Mann aus dem Kongo zu stellen. Dabei nutzte einer sein Auto, um dem Täter den Weg abzuschneiden und durchbrach nahe der Baekeland-Brücke ein Absperrgeländer. Teile des schwer beschädigten Fahrzeugs lagen bis Redaktionsschluss im Gebüsch. Das zerstörte Geländer wurde provisorisch durch Baustellengitter ersetzt.
Der mutmaßliche Mörder war ausreisepflichtig, verfügte aber über eine Duldung bis zum 10. Spetember. Eine Duldung erhalten abgelehnte Asylbewerber, wenn sie ausreisepflichtig sind, sich die Behörden aber nicht in der Lage sehen – z.B. wegen fehlender Personaldokumente – den abgelehnten Asylbewerber abzuschieben.
Persönliche Schlussbemerkung: Die Situation am Tatort ist bedrückend. Aus dem Meer von Blumen und Kerzen guckt mich die junge Frau aus Kamerun an. Sie wird mit großen Hoffnungen/Versprechungen in unser Land gekommen sein und ist nun fernab ihrer Heimaterde ermordet worden – von ihrem Ex-Partner, der längst ausreisepflichtig, aber eben „geduldet“ war.
Täglich hören wir von Messerattacken in unserem Land. Nun erleben wir nach dem fürchterlichen Doppelmord von Neu Zittau das zweite Mal innerhalb kürzester Zeit, dass in unserer unmittelbaren Nähe junge Menschenleben brutal ausgelöscht werden. Die beherzten Zeugen in Erkner, aber auch die beiden Opfer aus Neu Zittau gehen mir durch den Kopf, als ich fassungslos und traurig im Nieselregen auf der Baekelandbrücke stehe.
Michael Hauke


