Oder-Spree-Krankenhaus bekommt weiteren Liquiditätskredit

Der Kreistag Oder-Spree hat am 7. Oktober 2026 einen weiteren Liquiditätskredit in Höhe von 7 Millionen Euro für das Oder-Spree-Krankenhauses in Beeskow bewilligt. Nachdem der insolvenzgefährdete „Patient“ im vergangenen Jahr schon mit 4 Millionen Euro bezuschusst wurde, benötigt der Beeskower Krankenhausstandort nun weitere Millionen, um den Krankenhausbetrieb auch 2027 finanziell abzusichern.
Dieser erneute Kredit soll den Betrieb kurzfristig aufrechterhalten und Zeitaufschub für die Entwicklung einer Zukunftsperspektive schaffen. Allerdings fehlen im Landkreis-Haushalt insgesamt jetzt schon fast 33 Millionen Euro, weshalb die Bereitstellung der 7 Millionen Euro für die Klinik intensiv diskutiert wird.
Die drohende Insolvenz des Krankenhauses spiegelt akut die generelle Krise deutscher Kliniken in Folge der ab 2027 greifenden Krankenhausreform wider. Viele kleinere Krankenhaus-standorte stehen bundesweit vor immensen Defiziten. Krankenhausgesellschaften bemängeln seit Längerem, dass die Bundespolitik den Übergang finanziell nicht ausreichend abfedert, weshalb Landkreise und Kommunen gezwungen sind, Millionenbeträge aus eigenen Haushalten aufzubringen, um drohende Insolvenzen zu verhindern.
Auch wenn der laufende Betrieb in Beeskow kurzfristig gerettet scheint, ein erfolgversprechendes Zukunftskonzept für den Standort scheint noch nicht in Sicht. Doch das wird dringend benötigt, in Beeskow wäre sonst die medizinische Versorgung in Gefahr!
Apropos Kredit. Eine weitere Frage, die sich hier stellt: Wie kommen die geliehenen Millionen Euro wieder zurück in den Landkreis-Haushalt? Auch ein Liquiditätskredit ist und bleibt ein Kredit. Kredite sind eigentlich ein ge-liehener Betrag, welcher an den Kreditgeber zurückgezahlt werden müsste.
Die Vorstellung, dass ein Investor oder ein neuer Betreiber diese Schulden übernimmt und zurückzahlt, halte ich für
illusorisch.
Jan Knaupp

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