Unser Landkreis Oder-Spree ist ein ländlicher Kreis, der sich durch seine schöne Landschaft und seinen Artenreichtum auszeichnet.

Die Tourismusbranche wirbt hier vielerorts mit dem Slogan: „Urlaub in unserer Region – Natur pur“.

Die Gemeinde Tauche plant den Beschluss eines Flächennutzungsplans, der rund um Giesensdorf-Wulfersdorf die Umwandlung von 105 ha Acker Flächen in drei riesige Solarparks vorsieht. Diverse Sonderflächen sind hier ausgewiesen ohne Rücksicht auf schützenswerte Natur- und Landschaftselemente. So sind z.B. Biotope nicht eingetragen.

Von der geplanten Umwandlung von 105 ha Ackerland in Photovoltaikfläche, beschönigend „Solarpark“ genannt, sollen im nördlichen Teil 31 ha auf dem ehemaligen Weinberg, in unmittelbarer Nähe (zum Teil nur 200m) zum Ortsteil Wulfersdorf und dem Fischteich entstehen. Im östlichen Teil sollen 51 ha Solar Fläche und im südlichen Bereich weitere 23 ha Photovoltaik (4m hohe Paneele) in unmittelbarer Nähe zum Kossenblatter See aufgestellt und eingezäunt werden.

Besonders brisant ist, dass der Ortsvorsteher von Wulfersdorf, der auch Gemeindevertreter ist, befangen ist, da er zugleich der Vorsitzende der hiesigen Agrargenossenschaft ist, welche aus wirtschaftlichen Interessen die landwirtschaftlichen Flächen hierfür zur Verfügung stellen wird. Die beiden anderen Ortsvertreter enthalten sich der Meinung, so dass niemand die Interessen der Bürger vertritt, welche die einzigartige Landschaft und die Lebensräume von so vielen Tieren schützen wollen.

Stellungnahmen von zwei Behörden hierzu wurden bei der Beschlussfassung der Gemeindevertreterversammlung am 24.09.2026 ignoriert. Die Untere Naturschutzbehörde bezeichnet den Eingriff in das Landschaftsbild als nicht zu kompensieren und die Regionale Planungsgemeinschaft nennt das hochwertige Landschaftsbild als ungeeignet für Photovoltaikanlagen.

Die Stellungnahme der Naturparkverwaltung bezieht sich insbesondere auf die Rast von tausenden Wasservögeln im Frühjahr/Herbst, dem wunderbaren Naturspektakel, welches regelmäßig Menschen zum Schauen, Staunen, Beobachten, Genießen und Filmen anzieht. Die Fläche des Südhangs (Weinberg) schließt sich an den Fischteich an und ist einmalig.

Die Stellungnahmen von uns anwohnenden Bürgern, die wir uns vor allem gegen die Errichtung von Photovoltaikanlagen (und Einzäunung der riesigen Flächen, die so groß sind wie die Dorffläche oder der Fischteich) auf dem Weinberg ausgesprochen haben, wurden durch den Bürgermeister bislang nicht beantwortet. 22 Familien haben sich der Gemeinde gegenüber für den Erhalt der Landschaft geäußert, was ebenfalls unbeachtet blieb.

Rätselhaft erscheint die Aussage des von der Gemeinde beauftragten Planungsbüros auf der Gemeindevertreterversammlung, dass, sollten sich die Gemeindevertreter gegen den vorgelegten Flächennutzungsplan entscheiden, Schadensersatzforderungen auf die Gemeinde zukommen könnten.

Wie kann eine Planung, über welche die Gemeindevertreter erst abzustimmen haben, schon mit Schadensersatzforderungen belastet sein? Ist hier etwa schon alles „beschlossene“ Sache und die Bürgerbeteiligung nur eine Farce? Dies wäre unzulässig und ließe den Gemeindevertretern ja gar keine Wahl zu einer freien, ausgewogenen Entscheidung.

In Giesensdorf-Wulfersdorf befindet sich deshalb eine Bürgerinitiative in Gründung.

Finanzielle Interessen Einzelner dürfen nicht dazu führen, ganze Landschaften und Lebensräume unwiederbringlich zu zerstören. Die Errichtung von Industrieanlagen mitten in der dörflichen Struktur führt zu massivem Identitätsverlust.

Menschen, denen man davon berichtet, sind oft fassungslos, was in unserer Natur geplant ist.

Dann ist es aus mit dem einzigen Pfund, das unser Landkreis zu bieten hat, nämlich „Natur pur“.

Bürgerinitiative Giesensdorf/Wulfersdorf (i.G)

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