Von Michael Hauke
Bei der 0:1-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Griechenland standen neun Spieler mit Migrationshintergrund in der Startelf. Neun von elf.
Bei Facebook und auf meinem Telegram-Kanal schrieb ich dazu: „Mir fällt die Identifikation mit dieser Nationalmannschaft immer schwerer.“ Natürlich geht mir das nicht allein so: viele kommentierten das unter dem Beitrag ähnlich. Aber der reflexhafte Shitstorm war erwartbar: „Rassist“, „Nazi-Gelaber“, „Ausländerhass“ usw.
Interessant waren zwei Anrufe, die mich im Verlag erreichten. Ein gebürtiger Türke sagte mir: „Das würden wir uns in der Türkei niemals gefallen lassen, wenn es nur noch ausländische Spieler in unserer Nationalmannschaft gäbe.“ Und ein Grieche, der bei dem Spiel in Augsburg sogar im Stadion war, fasste es so zusammen: „Es sah aus, als würde Griechenland gegen Marokko oder Ghana spielen. Das ist doch keine deutsche Nationalmannschaft mehr.“ Beide Anrufer leben seit Jahrzehnten in Deutschland und sind hier integriert. Sie gucken auf Deutschland aus einer anderen Perspektive als mancher Einheimische: „Wieso gebt Ihr Euer eigenes Land auf?“
Die Nationalelf war immer ein Spiegelbild dieses Landes. Das war 1954 so, als das Wirtschaftswunder und das „Wunder von Bern“ zusammenfielen, und das war 1990 so, als zum WM-Sieg auch noch die Wiedervereinigung kam. Es ist leider auch 2026 so, wenn ein Land, geprägt von Niedergang und Massenmigration, eine spiegelbildliche Nationalelf hat, eben auch geprägt von Niedergang und Massenmigration.
Als ich die Nationalelf kommentierte, stand ich unter dem Eindruck eines Besuches in Neukölln. Am Freitag vor der Berlin-Wahl war ich dort. Der Weg mit dem Auto und erst recht zu Fuß hat mich mitgenommen. Überall Dreck und Müll, laut streitende Menschen, die ich nicht verstehe, „Free Gaza“-Graffitis an den Wänden, kein einziges deutsches Gesicht auf der Straße, dafür verschleierte Frauen, bärtige Männer, die Werbung der Geschäfte in ausländischer Sprache, teils sogar in arabischer Schrift. Das alles wissen wir, aber wenn man es selbst sieht, ist das etwas anderes. Ich fühle mich fremd. Fremd im eigenen Land.
Vor Ort erklärt mir eine Lehrerin: „Was heißt hier ,kein deutsches Gesicht‘? Das sind alles Deutsche! Hier ist es schön bunt! Wo kommen Sie her? Aus Brandenburg? Haben Sie da keine Angst vor den ganzen Nazis?“
Bei der Rückfahrt ist es bereits stockdunkel. Das Navi führt mich über die Sonnenallee. Von dem, was früher Berlin oder Deutschland war, sind hier nur noch die Straßenschilder übrig. Bin ich in Damaskus oder Beirut? Auch dort hat der Islam das frühere Miteinander der Kulturen beendet.
Wenn es so viele Deutsche gibt, die das alles wunderschön und bunt und Multikulti finden, dann muss ich auch das Recht haben, das nicht schön zu finden. Von Multikulti ist hier nichts zu sehen und von bunt schon gar nicht. Beim besten Willen nicht. Das ist Monokulti.
Ich fahre über die Wildenbruchstraße nach Treptow; das Stadtbild sieht hier inzwischen nicht viel anders aus, nur nicht ganz so viele Menschen auf der Straße. Die Neuköllnisierung schreitet voran und wird in Alt-Treptow nicht Halt machen. Was in zehn, zwanzig Jahren in ganz Berlin, in ganz Deutschland sein wird, kann man sich an einer Hand abzählen.
Drei Tage später wurde in Berlin gewählt. Die höchsten Ergebnisse erzielte die Linkspartei dort, wo der Anteil der islamischen Bevölkerung am größten ist: In Neukölln sind es in vielen Wahlbezirken knapp unter, in Kreuzberg sogar über 60%. Auch in den Teilen Treptows, durch die ich gefahren bin, sind es mehr als 40%. Aus der einstigen Ostpartei ist nicht über Nacht eine Westpartei geworden, sondern eine Islampartei. Den Wahlsieg feierte die Linke mit kurdischen und türkischen Kreistänzen und mit Clans, die die organisierte Kriminalität beherrschen. Der Neuköllner Linken-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak redet einen Remmo-Sohn mit „Bruder“ an. Gemeinsam mit der Spitzenkandidatin Elif Eralp gründete Ferat Koçak 2019 die Gruppe „Links-Kanax“, die darauf abzielte, das islamische und islamistische, das „kanakische“ Milieu, wie sie es nennen, in die Kampagnen einzubinden. Im Gründungsmanifest von „Links-Kanax“ vom 22. Juni 2019 heißte es: „Wir müssen mehr Kanax für die Partei begeistern.“ Und das gelingt mit gigantischem Erfolg. 51% der muslimischen Wähler in Berlin stimmten für die Linke.
Zum ersten Mal wurde bei einer deutschen Wahl deutlich, welche Macht der Islam inzwischen hat. Nicht nur sichtbar auf der Straße, sondern bei der Stimmabgabe – ermöglicht durch die doppelte Staatsbürgerschaft. Bei der Berlin-Wahl waren rund 500.000 Menschen mit Migrationshintergrund wahlberechtigt. Und das soll weiter ausgebaut werden. Ein zentrales Wahlversprechen der Linken ist nicht nur die noch schnellere Einbürgerung, sondern auch das Wahlrecht für jeden in Berlin lebenden Ausländer. Insgesamt beläuft sich die Gruppe von Migranten mit und ohne doppelte Staatsbürgerschaft in Berlin auf 1,7 Millionen Menschen. Ein gigantisches Potential, das die islamische Linke zu heben versucht. Elif Eralp erklärte, dass sie von einem irgendwie gearteten Integrationsansatz überhaupt nichts halte, im Gegenteil. Als Mitglied einer Migrantenorganisation war ihr Postulat nach eigener Aussage: „Integration? Nein, danke!“ Genauso sieht es in Neukölln auch aus.
Man kann das beurteilen, wie man will, aber hier denkt eine Partei und insbesondere deren islamische („links-kanakische“) Strömung nicht kurzfristig, sondern wirklich strategisch. Die (finanzielle) Unterstützung der Clans dürfte ihr sicher sein, denn gleichzeitig soll die Polizei abgebaut, deren Befugnisse beschnitten und Polizisten durch Sozialarbeiter ersetzt werden. Große Teile der muslimischen Migranten leben in einer parallelen Welt, mit eigener religiöser Kleiderordnung, mit eigener Hierarchie, mit eigenen Gesetzen und in eigenen Clans. Revier- und Familienkämpfe werden auf offener Straße ausgetragen.
Es vergeht kaum eine Woche in der Hauptstadt ohne Schießereien, – Messer- und Machetenattacken gehören eh zum Alltag. Die jetzt schon machtlose, teilweise lächerlich agierende Polizei soll sich gefälligst ganz raushalten.
Wird all das gelingen? Die Frage müsste eher lauter: Kann das noch verhindert werden? Eher nicht, denn erstens haben wir es mit einer klar ausformulierten Strategie der Muslimbruderschaft zu tun. Die Vorgabe ihres Vordenkers Yusuf al-Qaradawi lautet: „Wir werden Europa erobern, nachdem wir zweimal gescheitert sind. Der Islam wird zurückkehren, diesmal nicht mit dem Schwert, sondern mit der Da‘wa.“ Zweitens wird diese Strategie ausgerechnet von denen unterstützt, die erobert werden sollen, denn Kritik an der Ausbreitung des Islams ist in Deutschland „antimuslimischer Rassismus“ und „Islamophobie“. Berlin hat jüngst einen extra Gedenktag eingeführt. Am 15. März wird nun jährlich der „Tag gegen Islamfeindlichkeit“ begangen. Wer darin eine Täter-Opfer-Umkehr erkennt, ist islamophob. Kein Wunder, dass immer weniger den Mut aufbringen, diese Strategie zu durchkreuzen. Zuwanderung und Geburtenrate, aber auch die Massen-Auswanderung junger Deutscher werden ihr übriges tun. Die Zeit läuft für „Links-Kanax“.
Was wir erleben, ist ein Prozess, der über Jahrzehnte ermöglicht wurde, indem jeder, der warnend auf Ghetto-Bildung, Ausländergewalt, organsierte Clan-Kriminalität und die Islamisierung ganzer Städte hingewiesen hat, stigmatisiert wurde. Die Identität von Gewalttätern, insbesondere bei antisemitischer und homophober Gewalt, ist jahrzehntelang vertuscht worden und deren Taten als „rechte Gewalt“ in die Statistik eingegangen. So konnte etwas entstehen, dem man nicht mehr Herr wird. Jetzt, wo es zu spät ist, sagt der Pressesprecher der Berliner Polizeigewerkschaft bei WELT: „Dann fällt nicht nur die Hauptstadt, dann fällt ganz Deutschland.“
Nach meinem Neukölln-Besuch und der ethnischen Wahl frage ich mich: Ist die Hauptstadt nicht längst gefallen? Und was wird aus ganz Deutschland?

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