Von Jan Knaupp

Liebes Wörtchen „Querdenker“, ich kann Deinen Unmut gut verstehen. Du wurdest in den letzten Jahren böse diffamiert, missbraucht und negativ benutzt. Politik, Initiativen und Medien haben Dich von einer ehemals schillernden Vergangenheit in eine schmuddelige Jetztzeit gedrängt.
Galt das „Querdenken“ seit hunderten von Jahren als Synonym für die Freiheit des Geistes, der Kreativität, der Selbstbestimmung und der Unangepasstheit, haben engstirnige Zeitgenossen, blindwütige Journalisten und kopflose Politiker den Begriff „Querdenker“ als Risiko und Bedrohung ausgemacht. Dein Name wurde mit so vielen negativen Assoziationen behaftet, Du wurdest als Schimpfwort benutzt. Dabei liegt bei Dir keinerlei Schuld, Du hast nichts falsch gemacht. Du bist Dir und Deinen Grundsätzen treu geblieben. Du lässt Dich nicht verbiegen, Du äußerst deine Meinung offen, Du hinterfragst und denkst selbst. Du lässt Dich nicht mit der Masse treiben, Du gehst Deinen eigenen Weg. Viele von Deinen Anhängern haben die Welt verändert, neue Sichtweisen geschaffen und sich für mehr Menschlichkeit eingesetzt. Die Namensliste dieser Querdenker ist enorm.
Galileo Galilei, Nikolaus Kopernikus, Leonardo da Vinci, Martin Luther, Charles Darwin, Isaac Newton, Marie Curie, Immanuel Kant, Gotthold Ephraim Lessing, Albert Einstein, Thomas Jefferson, Friedrich Wilhelm Nietzsche, Hildegard von Bingen, Sebastian Kneipp, Maria Montessori, Albert Schweizer, Rudolf Virchow, Sigmund Freud, Wilhelm Conrad Röntgen, Jules Verne, Edgar Allan Poe, Ernest Hemingway, Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart, Mutter Teresa, Frida Kahlo, Pablo Picasso, Salvador Dali, Wassily Kandinsky, Rosa Luxemburg, Mahatma Ghandi, Nelson Mandela, Astrid Lindgren, Andy Warhol, John Lennon, Jimi Hendrix, Bob Marley, Wolf Biermann, Bärbel Bohley, Reinhard Mey …
Querdenker überall – in Wissenschaft, in Wirtschaft, in Kultur, in Politik. Zum Glück! Sonst sehe die Welt um einiges trauriger aus. Besonders die Menschen, die nicht auf vorgezeichneten Pfaden wandeln, die eigene Wege gehen, die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit verfechten, bringen neue Ideen und fortschrittliche Denkweisen.
Liebes Wörtchen „Querdenker“, lass Dich also bitte nicht einschüchtern. Du wirst gebraucht!
Ich persönlich glaube, quer zu denken birgt keine Gefahr, die Bedrohung geht eher von Jasagern und den im Gleichschritt Marschierenden aus.

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