Mit Kinderaugen die Welt entdecken, ganz unbefangen, offen, neugierig – die Magie des Augenblicks. Doch ist es unseren Kindern wahrhaftig „gestattet“, noch so natürlich und frei ihre Welt, ihr Sein zu erforschen? Sind wir nicht alle Forscher und können diese kindliche Neugier durch Beobachten, Innehalten wieder neu erlernen? Ist dies überhaupt gewünscht oder sogar gesellschaftsfähig? Die Antwort darauf darf jeder selbst finden…
Der Schulalltag, ja auch schon für die ganz kleinen Menschenwesen, ist anstrengend und fordernd. Oft sitzen die kleinen Menschen länger in den Klassenräumen als manch einer zur Arbeit geht. Dauerstress, Druck, Angst, Sorgen – alles Facetten ihres Alltages. Daher ist es nicht selten, dass einige Kinder vielleicht auch eine Schulangst entwickeln. Sie fühlen sich alleingelassen, nicht gesehen. Selbst der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe leidet, was auch mit der modernen Mediennutzung zusammenhängen könnte. Vieles geschieht nur noch digital – ohne echte Begegnungen, ohne echten Kontakt, ohne echte SeelenBerührung. Doch was passiert mit unseren Kindern? Wenn das Leid zu groß wird? Wer steht ihnen zur Seite, wer ist eine echte Begleitung?
Natürlich sind Mama und Papa gefragt. Doch manchmal sind sie zu nah dran, das Kind traut sich nicht, über Ängste zu sprechen. Vielleicht fehlt auch der wahrhaftige Zugang, das echte Hinhören, das „Ich bin da für dich“, eine liebevolle Umarmung.
Werden wir in eine Gesellschaft der Abstumpfung hineingedrückt? Sind wir überhaupt eine Gemeinschaft? Eine GeMeinSchaft, die gemeinsam wächst, sich gegenseitig trägt? Oder sind wir lieber gemein zueinander, also gehässig, konkurrierend?
Auf dem Weg der Ursachenforschung für kindliche Verstimmungen gibt es neuerdings auch ganz „moderne“ Ansätze. Ansätze, die so tief greifen. Ansätze, die dem betroffenen Kind suggerieren, hey, du bist nicht richtig. Vielleicht bist du ja im falschen Körper? „Im-falschen-Körper-Sein“, was macht es mit uns? Ist es die neue Programmierung und natürlich auch eine einfache, unüberlegt schnelle Antwort auf all die Sorgen und Ängste? Damit man sich nicht weiter mit dem Thema zu beschäftigen braucht, eine Art Abstempeln mit geistloser Tinte? Wie fühlt es sich an, wenn einem von außen gesagt wird, du bist falsch? Stirbt damit nicht ein Teil der Menschenseele, kapselt sich ein, geht in die Stille, schweigt apathisch. Es scheint wie eine Schocktherapie, die unbeweglich macht. Alle Magie schwindet. Es bleibt ein dumpfes Nachschwingen. Ist es das, was gewollt ist? Sicherlich gibt es einige Kinder, die sich nicht wohl in und mit ihrem Körper fühlen, das darf sein. Doch als Pauschalantwort sollte dieses „Im-falschen-Körper-Sein“ niemals als Joker-Karte gezogen werden. Es wirkt zerstörerisch wie ein Vorschlag-Hammer auf die Ent-Wicklung und vor allem auf den Selbstwert, die Selbstliebe.
Was ist zu tun? In erster Linie ist es von hoher Wichtigkeit, mit dem Kinde offen und verständnisvoll, liebevoll achtsam zu sprechen. Wir sollten wieder mehr hinhören, tiefe Gespräche führen, die Magie bewahren. Jeder ist einzigartig – wie wunderbar. Beobachtend, forschend – eben mit Kinderaugen – dürfen wir lernen, eine echte Verbindung zu leben. Hauchen wir der Verbindung mehr Liebe ein und unterstützen. Du bist genauso richtig, wie du bist! Niemand ist falsch und schon gar nicht im „falschen“ Körper. Denn man könnte meinen, die Seele hat sich ja nun einmal genau diesen Tempel als Ausdruck seiner Selbst erwählt, nicht zufällig, sondern ganz gezielt. Also kann auch niemand falsch sein. Lassen wir nicht zu, dass wir uns mit moderner Pauschalisierung unten halten, sogar programmieren und klein machen lassen. Bleiben wir echt, uns selbst treu!
Denn NEIN, wir sind nicht alle im „falschen“ Körper.
Bianca Laube
Sind wir alle im „falschen Körper“?
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