von Jan Knaupp
Heute ist mal wieder so ein grauer Sonntag. Wir schreiben den 12.04.2026, es ist 08:30 Uhr, ich sitze hier am Fenster und schreibe an meiner neuen Kolumne. Der Blick nach draußen trägt gerade wenig dazu bei, positive Gefühle zu aktivieren. Irgendwie wirkt im Moment alles trist, kalt und grau. Das Wetter scheint sich heute an meiner persönlichen Stimmung im Speziellen, an der aktuellen deutschen Lage im Besonderen und an der globalen politischen Situation im Allgemeinen zu orientieren. Und damit ist die schlechte Laune, die dieser graue Sonntag versprüht, auch erklärt. Wenn Dekadenz, Verkommenheit und Verschwendung eine erhoffte Regeneration und ein Aufatmen scheinbar unmöglich erscheinen lassen, dann ist grau wohl genau die richtige Farbe. Dann muss das Wetter, nur weil Sonntag ist, nicht gute Miene zum bösen Spiel machen.
Und für eine ausgewachsene anhaltende schlechte Laune gibt es momentan leider viele Anlässe.
Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj, also der ukrainische Präsident, der sich von internationalen Unterstützern regelmäßig finanzielle Kriegshilfen in Milliardenhöhe einfordert, hat ein Geschäftsabkommen über eine Zusammenarbeit im Bereich der Militärtechnologie mit den Golfstaaten geschlossen. Die Ukraine verkauft jetzt Drohnen nach Katar, die vom deutschen Steuerzahler finanziert werden. Eine eloquente ukrainische Geschäfts-idee, die bestimmt weiterhin von der deutschen Regierung großzügig unterstützt wird.
Die Sprit- und Energiepreise in Deutschland hätten schon längst gesenkt werden können, andere europäische Staaten haben es vorgemacht. Italien, Österreich, Norwegen, Belgien, Luxemburg, Tschechien, Kroatien, Polen, Ungarn, Slowenien, usw., entlasten ihr Bürger ohne großes Palaver mit Steuersenkungen und Preisobergrenzen. Die deutsche Regierung ist aber nicht wirklich daran interessiert, ihre Bürger zu entlasten. Die Krisengipfel der Staatsspitze dienen selten der Findung von adäquaten Problemlösungen. Vielmehr bieten sie dieser strittigen Regierungskoalition Gelegenheit, sich öffentlich durch ihre unheilige Allianz zu prügeln. Es wächst eben nicht zusammen, was nicht zusammen gehört. Aber das war eigentlich von Anfang an klar. Leider gehen dadurch dieses Land, seine Wirtschaft und seine Menschen weiter vor die Hunde.
Das schwarz-rote Regierungsbündnis hat zwar am vergangenen Wochenende beschlossen, dass die Mineralölsteuer jetzt für zwei Monate gesenkt werden soll, im Gegenzug werden dafür aber andere Steuern erhöht.
Fast 50 Prozent der Bürgergeldempfänger in Deutschland haben laut der Bundesagentur für Arbeit und Soziales (Stand 2024/2025) keinen deutschen Pass, haben also keine deutsche Staatsangehörigkeit, sind also keine deutschen Bürger. Bürgergeld gibt es aber trotzdem. Das nennt man dann wohl eine erfolgreiche Einwanderung in das deutsche Sozialsystem. Die Einladung der Regierung zur Ausbeutung der Sozialkassen – endlich mal eine gelungene und gut angenommene „Integrationsmaßnahme“. Willkommen im Schlaraffenland. Und wieder bezahlt der Steuerzahler.
Die Vermutung, dass in Deutschland scheinbar der Täterschutz Vorrang vor dem Opferschutz hat, wurde nun durch das Saarbrücker Landgericht mit dem Urteil im Prozess um den erschossenen Polizisten Simon B. bestätigt. Das Gericht hat den Täter Ahmet G., der den Polizisten im vergangenen Jahr in Völklingen mit mehreren Schüssen regelrecht hingerichtet hat, vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Aufgrund seiner psychischen Erkrankung, einer vermeintlichen Schizophrenie, habe der Täter die tödlichen Schüsse im Zustand der Schuldunfähigkeit ausgeführt, so die Richterin.
Irre ich mich, oder haben in den letzten Jahren, gerade bei einschlägigen Täterprofilen, die Gutachten zur Feststellung verminderter Zurechnungsfähigkeit an Bedeutung gewonnen? In diesem Fall ein Urteil, welches den Glauben an eine Gerechtigkeit durch die deutsche Justiz weiter erschüttert, ein Urteil wie ein Schlag ins Gesicht aller Hinterbliebenen.
Heute ist mal wieder so ein grauer Sonntag. Jetzt wissen Sie auch, was mich gerade so übellaunig macht. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, stirbt wahrscheinlich auch noch Buckelwal „Timmy“.
Ich brauche dringend eine Ablenkung. Mir reicht‘s, ich gehe jetzt schaukeln!


