von Jan Knaupp

Endlich wieder gute Nachrichten – das wäre doch mal was! Bei all dem weltweiten Chaos, den Krisen, den Konflikten, den Kriegen, dem Terror und den politischen Debakeln, hat man schon fast vergessen, wie sich positive Meldungen und gute Nachrichten anfühlen. Die Zeit, in der wir leben, zerstört momentan fast alle Hoffnungen auf eine vielversprechende Zukunft. Dass der Mensch im Allgemeinen ein vernunftbegabtes und kluges Wesen ist, hat sich längst als unhaltbare These erwiesen. Betrachtet man die Menschheit im Großen und Ganzen, bleibt festzustellen: Doof bleibt doof!
Tägliche neue Hiobsbotschaften und Meldungen aus dem weltweiten Absurdistan machen mürbe und deprimieren. Dabei bräuchten wir alle dringend eine Verschnaufpause. Es wäre so wichtig, den Glauben an die Menschheit wieder etwas aufzufrischen, wieder ein Quäntchen Zuversicht aufzusaugen. Wir bräuchten endlich wieder gute Nachrichten.
Aber so einfach ist das nicht. Oft entpuppt sich eine vermeintlich gute Nachricht plötzlich als absoluter Mist und eine gerade noch gefeierte Neuigkeit, wird kurz darauf zum Rohrkrepierer. Was für den einen wie eine gute Nachricht klingt, ist für den anderen eine Katastrophe. So sind es für die einen zukunftsweisende Reformen, für die anderen hingegen sind es zukunftszerstörende Arschtritte.
Apropos Nachrichten. Ich habe mir gedacht, es wäre aktuell eine gute Nachricht, dass ein großer Teil der Politprominenz gerade in der Sommerfrische weilt. Mit dieser Meldung müsste sich eigentlich das erleichternde Gefühl einstellen, dass die verhaltensauffälligen Problempolitiker für kurze Zeit funktionsunfähig sind und momentan keine weiteren Schäden anrichten können. Leider bin ich aber mittlerweile schon so skeptisch geworden, dass ich befürchte, die treffen sich trotz Parlamentspause irgendwo heimlich, um weiteren politischen Un- und Irrsinn zu planen.
Und schon geht die Phantasie mit mir durch. Ich sehe sie alle förmlich vor meinem inneren Auge. Ich sehe, wie sie sich, in schwarze Kapuzenmäntel gehüllt, im tiefen finsteren Wald, in einem alten angemieteten Pfefferkuchenhäuschen, zu einem konspirativen Treffen versammelt haben, um zu ersinnen, wie man die dusseligen Steuerzahler immer weiter schröpfen könnte, um so den eigenen Wohlstand zu mehren und die Erwartungen der sich großzügig erkenntlich zeigenden Lobbyistenfreunde und Kriegsprofiteure zu erfüllen. Ich sehe sie förmlich vor mir, wie sie sich für jedes geglückte Täuschungsmanöver, für jede gelungene Manipulation und für jedes falsche Versprechen selbst feiern, wie sie sich mit hämischem Grinsen gegenseitig ermutigen, das Stimmvolk zu belügen und die Volksverdummung voranzutreiben. Aber wie schon erwähnt, bei diesen Gedanken geht meine Phantasie mit mir durch. Ich bin mir natürlich sehr wohl bewusst, dass man in der Realität keine Pfefferkuchenhäuschen mieten kann.
Aber ich schweife ab. Ich wollte Ihnen eigentlich nur mitteilen, dass ich es leid bin. Ich bin es leid, dass scheinbar fast nur noch ausgemachte Klapsköpfe und machtgeile Demagogen diese Welt regieren, die täglich ihren verzapften Mist über uns ausschütten. Ich bin es wirklich leid. Wir bräuchten endlich wieder gute Nachrichten.

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