Beeskow und die zugehörigen Ortsteile haben am 9. Juni ihre neuen Stadtverordneten gewählt. Sehr deutlich machten die Wähler, dass sie für einen Neuanfang in der Beeskower Stadtverordnetenversammlung plädieren. Bei einer Wahlbeteiligung von 65,2 % gab es klare Gewinner, aber auch deutliche Verlierer.
Neue Wählergruppen standen höher in der Gunst, manch altgediente Stadtpolitiker mussten herbe Stimmenverluste akzeptieren oder gleich ganz die Stadtverordnetenversammlung verlassen. Die Wähler wollen frischen Wind im Stadtparlament und kreuzten einen Neustart an.
Das gefällt aber nicht allen. Besonders dem Stadtverordneten Bastian Gierke, der es als einziges Mitglied der BfB wieder in die SVV geschafft hat, fällt es nicht so leicht, die Wählerentscheidung zu akzeptieren. In einem Beitrag in den sozialen Medien Facebook und WhatsApp schrieb er zur Wahl: „Das Bürgerforum Beeskow ist der deutliche Verlierer der Wahl zur Beeskower Stadtverordnetenversammlung. Ich persönlich bin über das erreichte Wahlergebnis sehr schockiert, traurig und in gewisser Weise auch ratlos.“
Weiter unten im Text heißt es dann: „Gemeinsam mit 11 Stadtverordneten können wir zukünftig eine starke Einheit bilden, die die Basis für solide Mehrheiten bei künftigen wichtigen Entscheidungen für die Stadt Beeskow bildet. Wenn WIR miteinander reden und vertrauensvoll zusammenarbeiten…“
Upps, was soll denn das bedeuten? Will Bastian Gierke nur mit elf Stadtverordneten zusammenarbeiten, obwohl eigentlich 18 Vertreter gewählt wurden? Schließt er bewusst sieben gewählte Vertreter von der Zusammenarbeit aus?
Welche Stadtverordneten würde B. Gierke denn gern von der Mitarbeit ausschließen? Handelt es sich hierbei etwa um die vier Vertreter der Gruppe „BSK – Wir für Beeskow“ (Petra Albrecht-Schulz, Mandy Lehmann, Lars Zirwer und Ralf Hörich – insgesamt 1.911 Stimmen), um die zwei Vertreter von BVB/Freie Wähler Beeskow (Marco Engel, Christian Wernicke – insgesamt 508 Stimmen) und um den Einzelkandidaten Jörg Wüstenberg – 507 Stimmen)?
Hinweise, die die BSK hierzu erhalten hat, bestätigen das. Das würde letztendlich bedeuten, dass der Stadtverordnete Bastian Gierke, der lediglich 227 Stimmen auf sich vereinigen konnte, gegen den Willen aller Wähler agieren würde, die ihre Kreuze genau bei diesen Kandidaten gesetzt haben.
Das würde bedeuten, dass sich Gierke mit seinen 227 Stimmen anmaßt, Stadtverordnete, deren Listen insgesamt 4.669 Stimmen erhalten haben, in der kommunalpolitischen Arbeit für Beeskow zu blockieren.
Sieben rechtmäßig gewählten Stadtverordneten die Mitarbeit und die Entscheidungsfindungen im Stadtparlament zu verweigern – das zeugt von einem sehr fragwürdigem Demokratieverständnis und ist einem Beeskower Stadtverordneten nicht würdig.
Man darf gespannt sein, wie dieses undemokratische Ansinnen bei den Bürgern, allen anderen Stadtverordneten und dem Beeskower Bürgermeister, Robert Czaplinski, ankommt.
Jan Knaupp

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