Meine lieben Gäste,

der Abschied von meinem / unserem „Carmeleon – Café & Bistro“ liegt greifbar nah – am 31. Dezember 2021 endet mein Mietvertrag. Es ist ein Abschied, der sehr schmerzlich für mich ist. Ich möchte aber nicht gehen, ohne mich bei euch allen, die ihr mir in fast sieben Jahren so viel Freude geschenkt habt, zu bedanken. Danke für eure langjährige Treue und Verbundenheit, für die vielen strahlenden Kinderaugen, die Anerkennung und all die Fröhlichkeit, die dieses kleine Café stets ausstrahlte. Danke für die tollen Gespräche am Eisfenster, das viele Lachen mit euch, Danke für ALLES! Gemeinsam haben wir das Carmeleon zu einem besonderen Ort gemacht. Ich glaube nicht, dass ich übertreibe, wenn ich sage, das Carmeleon hat sich zu einem Wohlfühl-Ort im Herzen der Stadt Beeskow entwickelt, zu einem Ort für Groß & Klein, für Jung & Alt. Ich habe meine lebensfrohe Art mit euch teilen können. Es war eine wunderschöne Zeit, denn ich habe viele liebe Gäste kennen gelernt, von Ihnen erfahren, aber auch die Gäste von mir.
Warum mache ich zu, warum schließt sich die Tür des Carmeleons?
Die Corona-Pandemie, die nun schon fast zwei Jahre andauert, hat die gesamte Menschheit vor eine, bis dahin nicht vorstellbare, Herausforderung gestellt. Wie ihr alle wisst, wurde die Gastronomie in besonders dramatischer Weise an ihre Grenzen gebracht. Die finanziellen Löcher, die in den Wintermonaten nicht gestopft werden konnten, der Personalmangel, der ein dauerhaftes Problem darstellt, haben mir die Hoffnung genommen, dass alles gut wird.
Von vielen Gästen habe ich gehört: Es war doch dein Traum, ein Café aufzumachen!
Ja das stimmt, ohne diesen Traum, hätte ich den Schritt in die Selbständigkeit nie gewagt.
Ich bin ein fröhlicher, lebensfroher, positiver und ehrlicher Mensch mit großem Herzen. Die vergangenen zwei Jahre haben mir so viel Kraft genommen, dass ich mir eingestehen musste, das, was einst Leidenschaft war, fühlt sich nicht mehr so an. All die Einschränkungen – sei es die Bürokratie, seien es neue Gesetze und Regeln – haben mir deutlich gemacht, dass so mein Traum vom Café am Beeskower Marktplatz nicht aussieht. Nur noch mit der Hälfte der Gästezahl wirtschaften, Mieten und Rechnungen etc. aber zum vollen Preis bezahlen. Es ist auf Dauer nicht zu schaffen. So kommt man leider ‘auf keinen grünen Zweig‘, wie es so schön heißt…
In den letzten Monaten habe ich mich einer harten Prüfung unterzogen, eine Prüfung, die ich insofern bestanden habe, dass ich nun die Gewissheit habe: Ich muss die Reißleine ziehen.
Der Volksmund sagt: „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die es mir ermöglicht haben, fast sieben Jahre lang, meinen Traum vom „Carmeleon Café & Bistro“ zu verwirklichen. Danke allen Mitarbeitern, all meinen Schülern und all meinen vielen lieben Gästen. Ich weiß noch nicht was kommen wird, aber ich weiß, ihr werdet mir alle fehlen!

Carmen Simroth

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