Von Michael Hauke

Sie sind eines der großen Tabuthemen unserer Zeit: die Impfnebenwirkungen. Mich haben immer wieder Mediziner und Pfleger angerufen, die besorgniserregendes darüber berichteten. Allerdings wollte keiner von ihnen namentlich genannt werden oder auch nur ein anonymisiertes Interview geben. Die Angst vor Konsequenzen ist sehr groß. Ein Arzt aus der Region berichtete mir erst vor ein paar Tagen in einem eindringlichen persönlichen Gespräch, dass die Behandlung der Impfnebenwirkungen in seiner Praxis enorme Ausmaße angenommen habe. Er halte die Impfung inzwischen für sehr gefährlich. Aber seinen Namen wollte er nicht in der Zeitung lesen: „Die entziehen mit die Approbation!“

Die Verdachtsfälle von Impfnebenwirkungen, die das staatliche Paul-Ehrlich-Institut erfasst, sind erschreckend hoch. Es sind 244.576 registrierte Fälle für das Jahr 2021. Allerdings erscheint diese an sich schon hohe Zahl – es gab noch bei keiner anderen Impfung auch nur annährend so viele Komplikationen – vielen Kennern der Branche stark geschönt. „Das ist allenfalls die Spitze des Eisberges“, sagte mir ein anderer Arzt.

Nun hat eine Krankenkasse das Tabu durchbrochen. Die BKK ProVita hat die Abrechnungsdaten der Ärzte analysiert. Sie hat eine Stichprobe von rund 11 Millionen bei den Betriebskrankenkassen in Deutschland Versicherten untersucht. Die Ärzte codieren bei ihren Abrechnungen an die Krankenversicherungen ihre Behandlungen. Die BKK hatte bei ihrer Untersuchung nur Daten aus etwas mehr als an einem halben Jahr zur Verfügung und auch nur von weniger als einem Fünftel aller Versicherten. Trotzdem ergibt sich aus den Codes, dass in diesem kurzen Zeitraum bei nur einem Bruchteil der Versicherten fast so viele codierte Impfnebenwirkungen abgerechnet wurden, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) für das gesamte Jahr und die gesamte Bevölkerung erfasst hat. Die BKK ProVita geht von einer „sehr erheblichen Untererfassung“ aus und verlangt eindringlich Aufklärung vom PEI. Nach Hochrechnungen der Krankenkasse wurden in Deutschland im Jahr 2021 zweieinhalb bis drei Millionen Impfnebenwirkungen ärztlich behandelt, das ist bis zu zwölfmal mehr als vom Ehrlich-Institut angegeben. Der Vorstand der Krankenkasse schreibt: „Das sehen wir als erhebliches Alarmsignal an, das unbedingt beim weiteren Einsatz der Impfstoffe berücksichtigt werden muss. Die Zahlen können in unseren Augen relativ leicht und auch kurzfristig validiert werden, indem die anderen Kassenarten (AOKen, Ersatzkrankenkassen etc.) um eine entsprechende Auswertung der ihnen vorliegenden Daten gebeten werden.“

Jeder muss sich vor Augen führen, dass es keine ordentliche Zulassung für die mRNA-Injektion gibt und dass es keinerlei mittel- oder langfristige Studien gibt.

Der Vorstand der BKK ProVita sieht dringenden Handlungsbedarf: „Unsere erste Vermutung ist, dass, da keine Vergütung für die Meldung von Impfnebenwirkungen bezahlt wird, eine Meldung an das Paul-Ehrlich-Institut wegen des großen Aufwandes vielfach unterbleibt. Ärzte haben uns berichtet, dass die Meldung eines Impfschadenverdachtsfalls circa eine halbe Stunde Zeit in Anspruch nimmt. Das bedeutet, dass 3 Millionen Verdachtsfälle auf Impfnebenwirkungen circa 1,5 Millionen Arbeitsstunden von Ärztinnen und Ärzten erfordern. Das wäre nahezu die jährliche Arbeitsleistung von 1.000 Ärztinnen und Ärzten. Dies sollte ebenso kurzfristig geklärt werden. Deshalb ergeht eine Durchschrift dieses Schreibens auch an die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung.“

Die von der Krankenkasse analysierten Zahlen aus den Abrechnungscodes sind dermaßen besorgniserregend, dass in dem Schreiben um Antwort innerhalb eines Tages gebeten wird: „Da Gefahr für das Leben von Menschen nicht ausgeschlossen werden kann, bitten wir Sie um eine Rückäußerung über die veranlassten Maßnahmen bis 22.2.2022, 18:00 Uhr.“ Der Brief stammte vom 21.02.2022 und ist auf der nebenstehenden Seite in voller Länge veröffentlicht.

Am 18.03.22 wird der Bundestag über die Impfpflicht abstimmen. Es gilt als sicher, dass der Entwurf einer generellen Impfpflicht ab 18 Jahren angenommen wird. Bei diesem Vorhaben stört die Analyse der BKK ProVita erheblich. Vorstand Andreas Schöfbeck wurde, noch bevor das Gespräch mit dem PEI  stattfinden konnte, fristlos entlassen. Und dennoch kann keiner der Abgeordneten jetzt noch behaupten, nichts gewusst oder Zweifel zu haben.

Die BKK ProVita weist eindringlich darauf hin, dass „Gefahr für das Leben von Menschen nicht ausgeschlossen werden kann“. Es gibt jedoch keinerlei sachliche Auseinandersetzung mit den Zahlen. Stattdessen ist der Mann, der sie ans Tageslicht befördert hat, rasend schnell von der Bildfläche verschwunden. Die Internetseite der BKK wurde von allen Hinweise auf den Brandbrief des fristlos entlassenen Vorstandes gesäubert.

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