Die medizinische Versorgung in Beeskow steht aufgrund von Defiziten und der anstehenden Krankenhausreform unter starkem Druck. Das kommunale Krankenhaus steckt tief in den roten Zahlen. Auch nach einem Zuschuss von 4 Millionen Euro im letzten Jahr benötigt der Beeskower Krankenhausstandort nun weitere Mittel, um die drohende Insolvenz abzuwenden. Um den Krankenhausbetrieb auch im Jahr 2027 finanziell abzusichern, soll der Kreistag am Abend des 7. Oktober über die Bereitstellung eines Liquiditätskredites in Höhe von 7 Millionen Euro entscheiden.
Weitere mögliche Zukunftsmodelle für das Oder-Spree-Krankenhaus werden vom Landkreis geprüft:
1. Weiterentwicklung des Standortes mit einem externen oder privaten Partner.
2. Neuausrichtung mit engerer Verknüpfung von stationären und ambulanten Angeboten.
3. Weiterbetrieb in kommunaler Hand durch fortlaufende finanzielle Unterstützung des Landkreises.
Laut Medienberichten favorisiert der Landrat Frank Steffen einen Verkauf der Klinikgesellschaft, während eine drastische Verkleinerung ebenfalls im Raum steht.
Die Krankenhauslandschaft in Deutschland befindet sich im Wandel. Mit der Krankenhausreform verändern sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Krankenhäuser grundlegend. Künftig wird stärker festgelegt, welche medizinischen Leistungen ein Krankenhaus anbieten kann und welche personellen, fachlichen und strukturellen Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssen.
Für den Krankenhausstandort in Beeskow bedeutet dies, dass die bisherigen Strukturen unter den neuen Rahmenbedingungen nicht unverändert fortgeführt werden können. Eine Weiterentwicklung des Standortes ist deshalb notwendig. Für den Landkreis steht dabei die langfristige und verlässliche medizinische Versorgung der Menschen in der Region im Mittelpunkt.
Um den Krankenhausbetrieb auch im Jahr 2027 finanziell abzusichern, wird der Kreistag über die Bereitstellung eines Liquiditätskredites in Höhe von 7 Millionen Euro entscheiden.
Mit dem vorgesehenen Liquiditätskredit soll der finanzielle Rahmen geschaffen werden, um den Krankenhausbetrieb im kommenden Jahr aufrechtzuerhalten und zugleich die notwendige Zeit für die Entwicklung einer langfristig tragfähigen Perspektive für den Standort zu schaffen.
Für die Zukunft werden drei konkrete Modelle geprüft:
• Kooperation mit einem anderen Träger: Der Krankenhausbetrieb könnte gemeinsam mit einem externen beziehungsweise privaten Träger in einer neuen Struktur weiterentwickelt werden.
• Weiterentwicklung zu einem erweiterten medizinischen Versorgungsangebot: Stationäre und ambulante Angebote könnten am Standort neu miteinander verbunden und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden.
• Fortführung von Krankenhausstrukturen mit finanzieller Unterstützung: Eine weitere Möglichkeit ist die Fortführung eines Krankenhausbetriebes mit entsprechenden finanziellen Zuschüssen des Landkreises.
Welche dieser Varianten umgesetzt wird und wie sie konkret ausgestaltet werden kann, ist derzeit noch nicht entschieden. Dazu laufen Gespräche und Prüfungen. Einzelheiten können deshalb zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht belastbar dargestellt werden.
Landrat Frank Steffen erklärt: „Unser Ziel ist klar – wir wollen die medizinische Versorgung für die Menschen in unserer Region langfristig sichern. Mit der vorgesehenen Entscheidung im Kreistag wollen wir zunächst die finanziellen Voraussetzungen dafür schaffen, den Krankenhausbetrieb auch 2027 aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig arbeiten wir an drei konkreten Perspektiven für die Zeit danach. Wir werden nichts versprechen, was noch nicht entschieden ist. Aber wir werden transparent informieren, sobald belastbare Ergebnisse vorliegen.“
Dem Landkreis ist bewusst, dass die bevorstehenden Veränderungen insbesondere bei den Beschäftigten des Krankenhauses, aber auch bei Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen Fragen und Sorgen auslösen. Deshalb wird der Landkreis über die weiteren Schritte kontinuierlich und transparent informieren sobald belastbare Aussagen getroffen werden können.
„Ich weiß, mit wie viel Engagement die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Tag für die Menschen in unserer Region da sind. Mir ist deshalb wichtig, eine Lösung zu finden, die eine gute medizinische Versorgung vor Ort sichert und gleichzeitig möglichst viele Arbeitsplätze erhält. Dafür werde ich mich mit aller Kraft einsetzen“ so Landrat Frank Steffen.
Der nächste konkrete Schritt ist die Entscheidung des Kreistages über die finanzielle Absicherung des Krankenhausbetriebes für 2027. Im Anschluss daran werden die drei Perspektiven für die langfristige Entwicklung des Standortes mit den zuständigen Gremien und Beteiligten vertieft beraten und weiter konkretisiert.
Landkreis Oder-Spree
Oder-Spree: Medizinische Versorgung in Gefahr?
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