Die Baustelle auf der A10 direkt hinter dem Dreieck Spreeau sorgt nicht nur für endlose Staus, sondern auch für viele Unfälle, Tote und Schwerverletzte. Da parallel auch der Ortseingang Hangelsberg durch eine Baustelle mit Ampelregelung blockiert ist, streckt sich das Verkehrschaos bis nach Fürstenwalde. Wann setzt endlich ein Umdenken ein?
Seit Februar ist die A12 in Richtung Dreieck Spreeau nur mit sehr viel Geduld befahrbar. Ein Unfall – und es geht gar nichts mehr. Parallel war zeitweise auch die L38 bei Tesla zwischen Freienbrinker Kreisel und Autobahnauffahrt Freienbrink wegen des Ausbaus der Tesla-Zubringerstraße voll gesperrt, und die Bauarbeiten für eine Fußgänger-Querungshilfe am Ortseingang Hangelsberg wollen einfach nicht enden. Dann fiel auch noch der Regionalexpress zwischen Fürstenwalde und Erkner wochenlang wegen Gleisbauarbeiten aus. Der Schienenersatzverkehr quälte sich, da gleichzeitig Freienbrink voll gesperrt war und in Hangelsberg eine Ampel den einspurigen Verkehr regelt, stundenlang durch die knapp 25 km lange Strecke. Eine Geduldsprobe für alle Pendler, ob in Öffis oder PKWs. Es drängen sich Fragen auf:
Erstens: Muss tatsächlich alles gleichzeitig gemacht werden? Gibt es keine Koordination zwischen den Straßenbaustellen?
Zweitens: Gibt es keine Absprache zwischen der Deutschen Bahn, die die Gleisbauarbeiten durchführt, und dem Landesbetrieb Straßenwesen?
Drittens: Warum dauern in Deutschland eigentlich alle Baustellen ewig?
Viertens: In anderen Ländern werden Ausweichfahrbahnen gebaut, ehe die Baustelle eingerichtet wird, um den Verkehr ohne Engstelle zu verschwenken. Wäre das nicht an der A10 möglich gewesen? Wie viele Staus und wie viele Tote wären uns dadurch erspart geblieben?
Fünftens: Gibt es wirklich keine Polizeibeamten, die sich erbarmen, den Verkehr zum Beispiel an der Hangelsberger Baustelle von Hand zu regeln? Beide Richtungsfahrbahnen wären seit Wochen befahrbar. Man fragt sich, warum bei den kilometerlangen Staus auf der L38 zwischen Fürstenwalde und Hangelsberg, die immer wieder durch die Sperrungen der A12 verursacht werden, die Baken nicht beiseite geräumt werden und die Polizei den Verkehr einfach fließen lässt? Der Belag ist fertig, die Markierung ist aufgetragen, kein Bauarbeiter zu sehen, und trotzdem wird die einspurige Regel nicht wenigstens für solche Ausnahmesituationen aufgehoben. Da lässt man die Autos lieber eine Stunde anstehen…
Was hier zutage tritt, ist symbolisch für die Zustände auf deutschen Straßen. Vieles dauert Jahre, selbst kleinste Baustellen wie die Querungshilfe in Hangelsberg werden einfach nicht fertig. Viele Brücken können nur noch verengt befahren werden, weil sie so sanierungsbedürftig sind, dass sie die volle Last des Straßenverkehrs nicht mehr tragen können, zum Beispiel die Mühlenfließ- und die Kalkgrabenbrücke auf der A10 bei Rüdersdorf oder die Brücke zwischen Werbellin und Finowfurt auf der A11. Unfassbar ist auch die Geschichte der Stolp-Brücke, der Verbindung zwischen Woltersdorf und Rüdersdorf. Erst war sie nur noch einspurig befahrbar, dann wurde sie abgerissen, und eine Wiedereröffnung ist nicht in Sicht. Tausende Brücken in Deutschland sind marode. Auf der A45 bei Lüdenscheid wurde jüngst die Rahmede-Talbrücke gesprengt. Sie war seit 2021 gesperrt – nun ist sie weg. Was ist bloß aus unserer Infrastruktur geworden? In Deutschland sind viele Brücken nicht mehr befahrbar. Und dann liest man, dass in Tansania eine 50 km lange Brücke zwischen dem Festland und Sansibar geplant wird…
M. Hauke

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