Die unfassbare Geschichte der verfolgten Ärztin Dr. Carola Javid-Kist

Von Michael Hauke
„Die Maske muss der Maske wegen getragen werden. Als Symbol für Gehorsam den Maßnahmen der Regierenden gegenüber.“ (WELT-Herausgeber Stefan Aust am 08.09.2020 in einem Beitrag für die „Welt am Sonntag“.)
Die Maske war während der Corona-Jahre das Symbol für Gehorsam. Die Maske bot keinen Infektionsschutz, im Gegenteil: sie wurde vom RKI immer wieder als Gefahr eingestuft; das zieht sich wie ein roter Faden durch die RKI-Protokolle. Am 16.11.2020 heißt es dort: „Kann noch interveniert werden? Es ist ungünstig und gefährlich, wenn Masken von Laien benutzt werden.“ Nur der verlangte „Gehorsam“ (Stefan Aust) und die damit einhergehende „Unterwerfungsgeste“ (Dr. Walter Weber) kommen als Gründe für die jahrelange Maskenpflicht infrage. Maskenverweigerer und Ärzte, die Maskenbefreiungsatteste ausstellten, wurden gnadenlos verfolgt.
Dr. med. Carola Javid-Kistel ist die fünfte politisch verfolgte Ärztin aus Deutschland, die ich in diesem Jahr an dieser Stelle vorstelle. Alle sind zu Haftstrafen wegen Ausstellens von Maskenbefreiungen verurteilt wurden. Zuletzt besuchte ich die sächsische Ärztin Dr. Bianca Witzschel im Gefängnis in Chemnitz. Die Verweigerung des Gehorsams ist in jedem totalitren System ein Verbrechen.
In der Nacht vom 30. November zum 1. Dezember 2023 landete Dr. Carola Javid-Kistel auf dem Flughafen Zürich. Sie wollte sich vor Weihnachten mit ihrer Familie treffen. Nach insgesamt fünf Hausdurchsuchungen (!) und einer medialen Hetze gegen die coronakritische Medizinerin in den lokalen Medien hatte sich die Ärztin aus Duderstadt eine Auszeit in Mexiko nehmen müssen. Als Fachfrau wollte sie über die wirkliche Situation bei Corona aufklären. Sie redete auf Demonstrationen und wendete sich von Anfang an gegen die geplante Impfung. Das hatte böse Konsequenzen. „Die wollten mich als Mensch zerstören, aber auch meine Reputation, die ich mir über 30 Jahre aufgebaut hatte“, erzählt die heute 60-Jährige. 80 bis 90 Prozent ihrer Patienten waren Kinder und Jugendliche. Nun rückte dauernd die Polizei in ihrer Praxis an. All das setzte ihr so zu, dass sie unter einer posttraumatischen Belastungsstörung litt, die ihr ärztlich attestiert wurde. Sie wollte das Land nur noch verlassen und flüchtete Ende Februar 2022 nach Mexiko. Inzwischen gab es in Deutschland mehrere Anklagen gegen sie. Was sie nicht wusste: wegen 16 ausgestellter Maskenbefreiungen lag ein von der Staatsanwaltschaft Göttingen im Sommer 2023 beantragter Europäischer Haftbefehl gegen sie vor. Sie wurde in besagter Nacht noch bei der Passkontrolle am Flughafen Zürich verhaftet und in eine Zelle gesteckt. Ihre Angehörigen warteten vergeblich auf sie. Dr. Carola Javid-Kistel erinnert sich in unserem Gespräch an ihre Gefangennahme: „Die Zelle war zwei mal zwei Meter groß, darin befanden sich ein gemauerter Tisch und Stuhl. Ich musste alles abgeben und mich nackt ausziehen. Es war eine Demütigung. Ich wurde wie eine Schwerverbrecherin behandelt.“ Alles wegen 16 Maskenbefreiungen.

Einst aus der DDR geflohen, jetzt aus der BRD.
Dr. Carola Javid-Kistel ist nach Haft und Prozess nach Mexiko emigriert.

Bevor ihr das Handy abgenommen wurde, konnte sie noch ihre Familie informieren und einen Schweizer Anwalt kontaktieren. Später wurde sie in Handschellen gelegt und in das Gefängnis Zürich-West verbracht. Wie lange das alles dauerte, kann sie nicht mehr sagen: „Ich hatte mein Zeitgefühl völlig verloren.“ Im Gefängnis angekommen, musste sie sich erneut komplett ausziehen. Die Ärztin war dem Zusammenbruch nahe: „Ich habe geschwitzt und gefroren. Ich hatte Herzrasen und Brechreiz. Mir ging es richtig schlecht.“ Nachdem sie mehrfach den Alarmknopf gedrückt hatte, wurde ihr nicht etwa geholfen, sondern ihr angedroht, sie in eine Isolationszelle zu sperren. Sie verlangte einen Arzt. Durch die posttraumatische Belastungsstörung und die akuten Symptome fühlte sie sich nicht haftfähig und hatte sogar Angst, einen Herzinfarkt zu erleiden (Broken-Heart-Syndrom). Der gerufene Arzt untersuchte sie nicht, sondern sprach nur durch die Luke in der Zellentür mit ihr. Er forderte sie auf, aufzustehen und sagte: „Voll haftfähig! Sie können aufrecht stehen und mit mir sprechen.“ „Das war unterlassene Hilfeleistung“, sagt Dr. Javid-Kistel heute über ihren Berufskollegen.
„Es waren die schlimmsten Tage meines Lebens!“ Völlig verzweifelt trat sie in einen Hungerstreik. Nach sechs Tagen brach sie ihn wieder ab. Es interessierte einfach keinen. Freunde sagten ihr: „Du bist doch sowieso schon am Ende. Du wirst Deine Kraft noch brauchen!“ Mit Prof. Dr. Michael Nagel hatte die gefangengenommene Ärztin „einen sehr, sehr guten Anwalt“, der sie schon seit Beginn ihrer Verfolgung unterstützte. Er riet ihr, sich nach Deutschland ausliefern zu lassen. Sie solle sich einlassen. Nur dann gäbe es eine Chance, auf Kaution freizukommen. Also ließ sie sich aus der Schweiz nach Deutschland überführen. Wieder wurde sie in Handschellen gelegt, bis sie in ihrer Zelle in der JVA Schwäbisch Gmünd ankam. Es war der 11. Dezember 2023. „Es sah dort aus wie eine DDR-Jugendherberge in den 50er Jahren. Die Zellen waren winzig klein. Ich kam mir vor wie im falschen Film!“
Sie hatte ein Déjà-vu. Dr. Carola Javid-Kistel stammt aus Gardelegen in Sachen-Anhalt. 1989 flüchtete sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter über Ungarn aus der DDR. Dreißig Jahre später fühlte sie sich wieder politisch verfolgt. Sie wurde nicht nur wegen des Ausstellens von 16 Maskenbefreiungen angeklagt, sondern auch noch wegen Beamtenbeleidigung und Volksverhetzung.
Bei der dritten Hausdurchsuchung platzte es im Affekt aus ihr heraus: „Ihr habt doch nicht mehr alle Tassen im Schrank! Das ist doch Faschismus, was hier abläuft.“ Obwohl sie noch während der Durchsuchung dafür um Entschuldigung bat, wurde sie wegen Beamtenbeleidigung angeklagt. Einer Anklage wegen Volksverhetzung sah sie sich gegenüber, weil sie im Januar 2022 bei einer Demonstration in Herzberg bei Duderstadt mit drastischen Worten vor der Impfung warnte. Sinngemäß sagte die Ärztin, wenn weiter geimpft würde, gäbe es weltweit mehr Todesopfer als beim Holocaust. Heute sagt die Ärztin dazu: „Genau das ist aus den Studien zu entnehmen. Demnach gab es weltweit 17 Millionen Impftote und obendrein einen extremen Geburtenrückgang.“ Die Warnung vor der modRNA-Injektion war ihr sehr wichtig. Sie wollte die Menschen davor schützen, sich etwas in ihren Organismus spritzen zu lassen, was hochgradig schädlich sein kann. Mit dem Thema Impfung hatte sie sich 30 Jahre lang kritisch auseinandergesetzt. Mit Rolf Kron veröffentlichte sie Anfang 2020 das Buch „Krank geimpft – Betroffene erzählen“.
Der Hauptpunkt der Anklage war das Ausstellen von 16 Maskenbefreiungen. „Ich habe keiner Fliege etwas zu Leide getan. Es gab keinen einzigen Geschädigten. Ich bin Ärztin und keine Verbrecherin! Ich habe mich immer an den Hippokratischen Eid und das Genfer Gelöbnis gehalten. Ich bin als Ärztin verpflichtet, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln!“ Es half alles nichts, die Staatsanwaltschaft machte ihr klar, dass sie für längere Zeit ins Gefängnis müsse, wenn sie sich nicht einlasse. Obwohl sie sich erpresst fühlte, stimmte sie zu. „Ich war völlig am Boden. Ich war zerstört. Ich konnte nicht mehr und musste raus dem Knast.“
Sie gestand zwar nichts, aber sie schloss nicht aus, dass sie etwas falsch gemacht haben könnte. Über diese schiefe Brücke musste sie gehen, um einer langen Haftstrafe zu entgehen. Nach der ersten Nacht in der JVA Schwäbisch Gmünd wurde sie auf Kaution (30.000 Euro) freigelassen. Drei Monate später, am 5. Februar 2024, kam es zum Prozess. Sie wurde zu 14 Monaten auf drei Jahre zur Bewährung und 1.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Hinzu kamen rund 50.000 Euro Prozesskosten. Damit aber nicht genug: „Auch meine Patienten wurden verfolgt. Zehn von ihnen wurden Opfer einer Hausdurchsuchung, 40 erhielten einen Strafbefehl.“ Die Verweigerung der Maske, Stefan Aust nannte es, des „Gehorsams“, hatte schlimmste Konsequenzen. „Das geht ja an keinem spurlos vorbei, was mit uns gemacht wurde“, sagt sie. Acht Ärzte haben die politische Verfolgung nicht überlebt und sind entweder an der Aufregung über die Zerstörung ihrer Existenz oder durch Suizid ums Leben gekommen. „Acht von uns sind tot! Das waren alles unbescholtene Menschen, die als Ärzte ihrem Eid treublieben und nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne ihrer Patienten handelten.“
Frau Dr. Javid-Kistel ist nach ihrer Verurteilung endgültig nach Mexiko emi­griert. Während der Bewährungszeit wird sie nicht einmal zu Besuch nach Deutschland kommen. Zu tief sitzt das Misstrauen, dass sie erneut verhaftet werden könnte. Erst danach ist an Besuche bei ihren Liebesten zu denken. Die dreifache Mutter und vierfache Oma lebt im Urlauberort Playa del Carmen in einer ruhigen Gegend, 800 Meter vom Wasser entfernt.
„Ich habe ein weltweites Berufsverbot, weil mir die Approbation entzogen wurde.“ Auch wenn sie in Deutschland nicht wieder tätig sein will, wird sie um die Wiedererlangung ihrer Zulassung als Ärztin kämpfen. „Dann kann ich hier in Mexiko arbeiten.“
Der Staat hat sie ins Gefängnis gesteckt und ihre Existenz restlos zerstört, weil sie das tat, was das RKI nach seinen geheimen Protokollen auch gern getan hätte: die Menschen vor der Maske geschützt.
Was sie sich für die Zukunft wünscht? „Dass Corona aufgearbeitet wird! Dass all die Unschuldigen rehabilitiert und voll entschädigt werden und dass die wirklich Schuldigen hinter Gitter kommen!“

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